Eigentlich wird der Begriff Phone Sourcing heute häufig im US-amerikanischen Sprachraum für Direct Search oder telefonische Direktansprache benützt. Er beschreibt das Anrufen in Unternehmen, um die Namen und die Tätigkeiten von Mitarbeitern, aber auch Organisationsformen und Verantwortlichkeiten zu entdecken. Ziel ist potentielle Kandidaten zu identifizieren und zu kontaktieren. Aber genauer hingesehen, gibt es dafür einen Grund, warum diese Art der Personalbeschaffung nicht mehr ‘Direktansprache’ heißt.

Warum Phone Sourcing und nicht Direct Search?

Bevor die breite Masse Mobilgeräte besaß, waren die Researcher der Personalberatung wenig begeistert, wenn Suchmandate zum Beispiel aus der Bauindustrie oder für Piping-Ingenieure beauftragt wurden. Da die Ingenieure auf den Baustellen im Einsatz waren, konnte man sie kaum erreichen. Dem Mobiltelefon und seiner Verbreitung sei Dank, ist das Phone Sourcing heute diesbezüglich einfacher und sehr persönlich. Und dann kam noch die Möglichkeit hinzu, dass man, wenn man eine Person online identifiziert hat, sich durch Telefonate die weiteren Kollegen eröffnen konnte: Die Kombination beider Medien macht es möglich.

Der Begriff Phone Sourcing gibt somit wieder, dass gerade die kluge und professionelle Kombinationen beide Medien, Telefon und Online, besonders effizient ist. Die hohe Kunst des Phone Sourcing ist die Offline-Telefon-Kontakte mit Online-Informationen zu ergänzen oder Online Sourcing Ergebnisse durch Phone Sourcing zu verifizieren bzw. online gefundene User per Telefon zu kontaktieren, wenn Messages nicht erfolgsversprechend sind.

Die Bedeutung des Phone Sourcing nimmt wieder zu

Man kann nicht alle Kandidaten online finden. Denn ein Teil potentieller Kandidaten nützt Social Media nicht und hinterläßt auch sonst keine Spuren im Web, die man finden kann. Teilweise ist dies noch nicht einmal absichtlich. Auch Arbeitgeber wie z.B. Banken oder Versicherungen tragen Sorge, dass die Firmendaten und Mitarbeiter in Zusammenhang mit der Firma nicht gefunden werden. Gleichzeitig steigt aber die Zahl der Active Sourcer stetig. Das Telefon ist dann der besser und direktere Weg zum Talent.

Ein Revival des Phone Sourcings durch schlechtes Active Sourcing?

Da viele Sourcer denken, Sourcing geht intuitiv wie Recruiting und somit Active Sourcing nicht professionell gelernt haben, finden sie selten gezielt die wenigen richtigen. Sie arbeiten lange Listen potentieller Kandidaten ab. Die Ursache ist, dass semantische Suchalgorithmen nicht mit einem Recruiter Mindset und mit Intuition (und schon gar nicht von unausgebildeten Studenten und Praktikanten) erfolgreich gesteuert werden können. Also wird einfach zu vermeintlichen Lösung die Kontaktfrequenz erhöht, um mehr Kandidaten für Interviews zu haben. Dabei wird vergessen, dass Interviews nicht heilen, denn:

Ein digitalisierter Shitty-Prozess ist dann eben ein digitaler Shitty-Prozess.

Also sieht es so aus: Je mehr unprofessionelle Sourcer heute online auf die Pirsch nach guten Kandidaten gehen, umso weniger werden Kandidaten auf Online-Nachrichten antworten. Viele greifen deshalb heute schon wieder häufiger zum Telefon. (Ich übrigens auch.)

Die Sonnenseite des Phone Sourcing / Direct Search

Durch Research und Identifikation mit Phones Sourcings können Sie herausfinden:

  • Wer bestimmte Aufgaben macht und wer jemand ist
  • Welche Organisationsstruktur das Unternehmen und Bereiche haben
  • Wie viele in einer Abteilung arbeiten und deren Berichtslinien
  • Die aktuellen Geschehnisse in einer Abteilung
  • Mehr Informationen über die Situation in einem Unternehmen
  • Die persönliche, berufliche Situation einzelner
  • Bestimmte Unternehmen aktuell analysieren (Targets)

Die Schattenseite des Phone Sourcing / Direct Search

Es sind nicht nur die scheinbar so einfach verfügbaren Online-Informationen und Daten, die viele das Active Sourcing bevorzugen läßt. Es gibt im Phone Sourcing auch sehr viele andere Hindernisse:

  • Unternehmen schützen sich sehr stark gegen Headhunter – an der Zentrale vorbei zu kommen wird immer schwerer, oft sogar unmöglich
  • Zur Identifikation ist ein Storyboard (oder auch Coverstory genannt) nötig – also wird nicht mit offenem Visier gearbeitet. Dies ist solange nicht verboten, solange in diesem Zusammenhang keine Direktansprache erfolgt. Deshalb kann die Ansprache erst sehr viel später und in anderer Form getrennt erfolgen
  • Ein Anruf am Arbeitsplatz darf nicht ‘abwerbend’ sein, es sind viele Dinge zu vermeiden wie längere Telefonate oder den aktuellen Arbeitgeber schlecht zu machen
  • Phone Sourcing dauert lange und ist sehr viel aufwendiger als das Active Sourcing
  • Auch eine gute Direktansprache muss gelernt sein, sonst erhält man nur Absagen.

Zusammenfassung:

Mobile Recruiting zeigt die R

ichtung auf: Es geht auch in Zukunft um den klugen Einsatz dieses so persönlichen Gerätes Mobiltelefon in Kombination mit Online-Sourcing Methoden. Erfolgreiche Personalbeschaffung der Zukunft professionalisiert den kombinierten Einsatz aller Tools, Medien und Methoden – offline wie online.

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