Google verkündete am Wochenende die schlechten Neuigkeiten: Die bei Sourcern so beliebten Chrome-Apps – für viele kostenlose Sourcing-Tools – werden abgeschafft. In einem Blogbeitrag im Chromium-Blog wurde offiziell angekündigt, dass ab Ende 2016 keine neuen Apps mehr im Chrome-Browser installiert werden können. Und ab Mitte 2017 wird Google den Chrome Web Store für Windows, Linux und Mac schließen, in dem man tausende von Chrome-Apps und Chrome-Extensions fand. Wir versuchen in diesem Blogartikel zu (er-)klären, was das für das Active Sourcing bedeutet.

Um was geht es bei der Verrentung der Chrome-Apps?

Chrome-Apps und Chrome-Erweiterungen sind kleine Software-Programme, die den Chrome-Browser ergänzen. Chrome-Apps nennt man auch „Web-Apps“. Sie sind nichts anderes als ein direkter Link zu einem Programm auf einer Website, das im Chrome-Browserfenster ausgeführt wird. Eine Chrome App greift also explizit auf eine Software außerhalb des Chrome-Browsers zu. Aber: Wird ein Programm im Browserfenster ausgeführt, verändert es das Erleben dieses Browsers. Der User hat  eine andere, für seine Zwecke bessere User Experience (UX) beim Surfen als der 0815-User des Browser z.B. kann er mit einer Chrome-App nach für das Auge versteckten Informationen suchen wie z.B. Email-Adressen.

Zum Vergleich: Die Chrome-Erweiterungen (in Englisch = Extensions bzw. kolloquial auch „Chrome-Addons“ genannt) hingegen sind Software-Erweiterungen des Chrome-Browsers. Dieser wird mit neuen Zusatz-Features ausgerüstet, die Chrome vorher noch nicht hatte. Man verläßt den Browser nicht – alle Handlungen finden im Browser statt. Die Chrome-Erweiterungen werden zwar nicht abgeschafft, können aber dann ebenso nicht mehr im Chrome Web Store gefunden werden.

Was haben Chrome-Apps mit Active Sourcing zu tun?

Bei Profi-Sourcern sieht der Chrome-Browser so aus (mit einer großen Zahl an Chrome-Apps, die die Arbeit erleichtern)

Profi-Sourcer Lesezeichenleiste Chrome-Apps und Chrome Erweiterungen

Viele Chrome-Apps sind kostenlose Sourcing-Tools. Denn professionelle Sourcer nützen alle möglichen Tools, um Talente effizienter zu finden und zu matchen. Die Chrome-Apps sind beliebte Tools, denn sie machen es einfacher, Web Spuren von potentielle Kandidaten zu identifizieren, Daten auszuwerten und zusammenzutragen (mehr hierzu in unserem letzten Blogartikel Erklärfreitag: Wieso sind People bzw. Talent Aggregatoren die besseren Sourcing Tools? oder der Blogartikel zu Chrome-Tricks: 10 praktische Tipps für Google Chrome mit ausführlicher Erklärung, was der Unterschied zwischen einer Chrome-Erweiterung und einer Chrome-App ist).

Chrome-Apps und Chrome Erweiterungen sind wichtige Sourcing Tools

Es gibt Profi-Sourcer, die sogar mit über 100 Chrome-Apps und -Erweiterungen arbeiten. Sie sparen sich auf diese Weise einen bezahlten LinkedIn Account bzw. LinkedIn Recuiter oder den XING Talentmanager. Denn diese Chrome-Apps helfen mit einem Klick zum Beispiel Email-Adressen und Telefonnummern zu finden oder als hilfreiche People Aggregatoren weiter Profile im Netz automatisch anzuzeigen. Einige von Ihnen helfen Keywords auf Seiten/Profilen zu finden und zu taggen. Und andere können sogar Excellisten erstellen. Richtig angewendet sind es hilfreiche, meist kostenlose Sourcing-Effizienztools.

Verschiedene Arten von Chrome Extensions und Apps

Es gibt zwei Arten von Chrome-Apps: Die Packaged Chrome-Apps, deren Support bereits 2015 im Sommer eingestellt wurde (hier mehr). Das Ergebnis war, dass seit Sommer 2015 bereits einige sehr, sehr beliebte Sourcing-Tools wie z.B. das 360 Grad-Tool (von dem viele sagen, es war der beste People Aggregator ever) nicht mehr funktionierten. Heute sind deshalb nur noch 1 % dieser „alten“ Packaged Chrome-Apps im Einsatz.

Es geht um die anderen Chrome-Apps, die Hosted Apps. Diese leiten den User durch ein Icon, das sich in der Lesezeile installiert, direkt zu Programmen ( Webanwendungen) weiter. Oder anders formuliert: Diese Programme werden  – nach Klick auf das Icon im Browser – durchgeführt. Und genau diese Icons  und mit ihnen die One-Click-Verbindung zu den externen Programmen werden verschwinden. Neue bzw. auch alle alten Apps können nicht mehr im Chrome Web Store gefunden werden, der schon vorher geschlossen wird.

Warum macht Google das?

Warum Google das macht: Google macht den Chrome Browser leichter – und attraktiver. Und bündelt weiter seine Kräfte bzw. die Nachrichtenübermittlung. Es geht um eine Weiterentwicklung der Mobiloptimierung und eine Vereinheitlichung des Informationstransfers (für Interessierte: Knotenpunkte – der APIs). Ziel ist, den Browser wird für die mobile Nutzung noch weiter zu optimieren. Wie hier ein Experte kommentiert: Es handelt sich um eine (logische) Evolution:

Chrome-Apps werden abgeschafft Kommentar

Ist das das Ende der kostenlosen Sourcing-Tools?

Natürlich nicht, aber es sieht nach einem Ende der Bequemlichkeit aus: Bisher hat immer einer der Profi-Sourcer den Google Chrome Shop nach neuen Tools durchforstet und die neuen kostenlosen Tools geprüft. Diese Information hat sich in Windeseile in der Sourcer Community über den Globus verbreitet. Die Apps waren eine gute Möglichkeit, für Anbieter, ihre Softwaretools bekannt zu machen z.B. durch kostenlose Versionen als Chrome-Apps über den Shop. Dies ist nun ab 2017 nicht mehr möglich.

Was sind die Konsequenzen, wenn es so kommt wie es angekündigt wurde

Es gibt diese Programme zwar noch, aber wir haben keine zentrale Stelle mehr (voraus Google schafft wirklich den Store ab!) , wo wir diese finden. Und dann wird das vier Konsequenzen haben:

  1. Existierende Applikationen können User sich als Lesezeichen hinterlegen, denn Webanwendungen existieren weiter.
  2. Die nicht gewerblichen Anbieter werden entweder andere Distributions- und Informationskanäle finden als den Chrome Web Shop – oder aufhören. Hinter vielen der besonders beliebten Sourcing Chrome-Apps stehen Einzelpersonen oder kleine Gruppen. Es ist fraglich, ob sie diese ständigen Änderungen mitmachen können.
  3. Eine Weiterentwicklung kann die bisherigen Chrome-Apps zu Chrome-Extensions machen. Das löst nicht die Distributionsfrage, aber ist eine Möglichkeit für Anwendung mit dem Chrome Browser verbunden zu bleiben.
  4. Die gewerblichen Anbieter haben meist bereits andere Distributionskanäle. Ihre kostenlosen App-Version kann jeder dann als Lesezeichen hinterlegen, sie werden sicherlich leicht andere One-Click-Lösungen wie Web-Apps finden oder siehe Punkt 3. ihre App zu einer Chrome-Extension umprogrammieren.

Und nun – wie geht es weiter?

Es geht auch Google um „Mobile First“ – also darum, die Online-Erlebnis-Welt für den Nutzer der mobilen Endgeräte zu optimieren. Googles Chromes Browsers Position ist in Bewegung geraten – die Angreifer kommen aus Asien: Die Wettbewerber sind UC Browser und Samsung Internet wie eine Übersicht von statista zeigt:

Global Market Share held by mobile internet browsers 2012-2016

Die Situation wird sich also noch weiter entwickeln. Und da Browser das Tor zum Web sind – wir ohne diese Tools gar nicht surfen und auch nicht sourcen können, müssen wir diese zentralen Active Sourcing Haupttools intensiv beobachten! Wir Sourcer sollten noch stärker Erfahrungen untereinander austauschen und uns gegenseitig informieren. Deshalb ist es wichtig, als Sourcer sich nicht nur auf ein Tool und einen Tool-Anbieter zu verlassen, sondern Knowhow und Sourcing-Methodenkompetenz ständig up-to-date zu halten.

Edit Sommer 2017

Es gibt gute Nachrichten: Die wichtigsten Chrome-Apps für Sourcer wurden zu Chrome-Erweiterungen umprogrammiert und Google hat nachwievor den Google Chrome Store im Einsatz.

Happy Sourcing!

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