Viele Sourcer:innen nennen stolz ihre Intuition, ihren Instinkt und ihr Bauchgefühl als wesentlichen Erfolgsfaktor im Active Sourcing. Diese Denk- und Handlungsweise kommt aus dem Recruiting – denn auch dort ist eine Mehrheit besonders der Fachbereiche überzeugt, dass ihre Erfahrung und ihre Intuition zu tragfähigen Entscheidungen führt. Personaldiagnostik Experten kämpfen seit Jahren dagegen und bekommen nun Schützenhilfe von anderer Seite: Der Digitalisierung. Denn digitale Tools und Analytik legen offen, dass Intuition nicht zu besseren Ergebnissen führt. Die Ursachen, Zusammenhänge und Wirkungsweisen von Intuition im Active Sourcing möchten wir in diesem Blogpost erläutern und Lösungen aufzeigen.

Was ist Intuition überhaupt: Erfahrung, Instinkt oder Bauchgefühl?

Mit unserer Intuition sind wir Menschen in der Lage, in (lebens-)kritischen Situationen schnell Entscheidungen zu treffen, die uns der Gefahrenzone bringen. Sie ist also eine wichtige menschliche Fähigkeit. Die Definition von Wikipedia (hier) lautet demnach entsprechend (zusammengefasst):

Intuition ist die Fähigkeit, Einsichten in Sachverhalte, Sichtweisen, Gesetzmäßigkeiten oder die subjektive Stimmigkeit von Entscheidungen zu erlangen, ohne diskursiven Gebrauch des Verstandes, also etwa ohne bewusste Schlussfolgerungen … Der … Intellekt führt nur noch aus oder prüft bewusst die Ergebnisse, die aus dem Unbewussten kommen.

Die Intuition ist somit das Gegenteil von Logik, Verstand und Systematik.

Wenn die Intuition Best-Practice im Active Sourcing killt

Meist stehen die Fachbereiche unter Zeitdruck und geben diesen an das Recruiting und Sourcing weiter. Vor diesem Hintergrund werden die Best Practices, also Erfahrungen und Learnings im gesamten Personalgewinnungsprozess nur zu oft vernachlässigt. Alles ist intern auf “schnelles Handeln” ausgerichtet und die Hoffnung und den Wunsch, es für den Fachbereich möglich zu machen.

Hier beginnt das größte Problem der Intuition in diesem Prozess: Zeit allein ist nicht das hauptsächliche Hindernis. Sondern je erfahrener der Recruiter* und Sourcer* ist, desto mehr neigt sie oder er dazu, der eigenen Intuition zu folgen und “Erfahrungswerte” einzusetzen.

Hoffnung aka Intuition ist keine Active Sourcing-Strategie

Das heißt: Beides – Intuition und aktives Handeln – klingen für Praktiker gut, denn es ist für sie die “Strategie”. Leider ist es in vielen Fällen nur Hoffnung und nicht Know-how. Und jeder weiß das: Hoffnung ist keine Strategie. Weil es einen Plan letztlich nur durch den Zufall ersetzt.

Warum passiert das auf diese Weise immer wieder? Viele Recruiting und Sourcing Profis haben mit ihren Erfahrungswerten erfolgreich Stellen besetzt. Wenn es einfacher war oder in nicht vergleichbaren Situationen. Doch wenn es Probleme gibt wie z.B. wenn sich die Sourcing Tools verändern oder der Fachkräftemangel plötzlich den Personalgewinnungsprozess ins Stocken geraten lässt oder ganz stoppt, funktionieren in der Regel diese Erfahrungswerte und damit die Intuition nur noch zufällig. 

Sourcing by Accident – die Effizienz Todesspirale

Kommt Ihnen der Kreislauf vertraut vor: Sie erreichen Ihre Sourcing Ziel nicht – die gute Kandidaten fehlen. Und im Alltag fehlt die Zeit für den Ursachen-Check. Sie sind enttäuscht, wütend oder geraten vielleicht sogar in Panik. Und geben alle möglichen Suchanfragen ein und klicken 1000 Profile an, um doch noch irgendeinen guten Kandidaten zu finden. Oder schlimmer: Genau dieses Muster wiederholt es sich wochenlang bei jedem Sourcing Projekt, obwohl Sie sich anstrengen.

Dieser Kreislauf nennt sich die Sourcing Effizienz Todesspirale. Und diese ist oft der Grund, warum Sie Ihrem Sourcing Erfolg sehr nah sind – doch kleine Schritte fehlen. Denn ich beobachte das seit Jahren. Es passiert sehr vielen Sourcern.

Die Effizienz-Todesspirale - POSTING


Warum Transparenz und Systematik und nicht Intuition die Lösung ist.

Ich bin mal ehrlich: Das ist uns auch passiert. Durch den Fokus auf die Umsetzung hatten wir keine Zeit für eine Übersicht oder gar eine kluge Strategie. So waren wir nicht auf Lösungen von Problemen vorbereitet. Wir haben zig nervige Ehrenrunden gedreht und dauernd die gleichen Kandidaten gesehen. Und haben, als die Probleme kamen, nur noch mehr Gas gegeben und das Problem nur noch größer gemacht, anstatt es zu lösen.

Die gute Nachricht ist:  Transparenz ist die Lösung. Doch erreichen Sie diese nicht durch eine kurze Pause und danach wieder intuitiv bei einem neuen Problem in die operative Sourcing-Hektik überzugehen.

Sie können sich selbst helfen, indem Sie ihre eigenen Prozesse vergleichbar machen. Nur so behalten Sie die Übersicht. Dazu müssen Sie allerdings Ihre geliebte kreative und intuitive Freiheit aufgeben und durch ein System ersetzen, dass Sie mit Disziplin durchführen. Intuition ist der Feind der Disziplin, denn es setzt auf Spontanität.

Systematisches Active Sourcing ist herauszufinden, „was funktioniert“

Der erfolgreiche und funktionierende systematische Sourcing Ansatz identifiziert Ursachen und Wirkungen, testet Hypothesen und setzt einen wiederholbaren Workflow um, der auf einer Erfolgsstrategie basiert: In jeder Situation die Übersicht behalten und so immer eine Lösung haben.

Die Vorteile des Active Sourcings mit System sind:

  • Erhöhte Produktivität  durch Transparenz
  • Schnelles Lernen und Austausch von Best Practices
  • Erhöhte Konsistenz und Verlässlichkeit der Erfolge
  • Wiederholbarkeit der Erfolge und Planbarkeit der Ergebnisse
  • Durch Fehleranalyse echte Learnings
  • Höhere Schnelligkeit in allen Prozessen
  • Zielsicher relevante Kandidaten finden
  • Höhere Motivation des Active Sourcers*

Wo lernen Sie das “Active Sourcing mit System”?

Wer systematisches Active Sourcing betreiben möchte, muss sein/ihr Verhalten ändern. Und auch eine alte Routine durch neue Handlungsweisen und ein neues Mindset ersetzen. Dies ist nur durch Übung, Korrektur und Unterstützung mit persönlichen Feedback möglich. Das kann man nicht in einem Buch lesen oder in einem Tagestraining lernen. Deshalb erfordert es ein didaktisch abgestimmte Mentoring und Trainings: Ein Ausbildungsprogramm. Den je intensiver Sie üben, umso eher entwickeln Sie neue Gedanken und Verhaltensweisen: Das professionelle Sourcing Mindset oder sogar ein Master Sourcer Mindset.


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Fazit und abschließende Gedanken

Intuition ist im Active Sourcing keine gute Lösung und störend. Meine Erfahrung ist, je intuitiver ein Sourcer* ist, um so widerstandsfähiger ist er oder sie gegen jede Veränderungen. Das ist in Zeiten der Digitalisierung das Kernproblem: Ein Teil der Liebe zur Intuition und des Widerstands gegen die Systematik im Sourcing Prozess kommt daher, dass man einerseits an der Vergangenheit und auf der anderen Seite am Problem “Lebensstolz” (das was Sie sich erarbeitet haben und Ihre Erfahrungen) festhalten möchte.

Die Ursache ist nicht nur intrinsisch. Denn es fehlt die Anerkennung für die Aufgabe und den Prozess des “professionellen Active Sourcings” von außen – und auch für die digitale Umgebung. Nicht selten sagen Fachbereiche oder Vorgesetzte: “Dann schalten Sie doch ihre Maschinen an und suchen Sie mir doch mal schnell …”

Das Ergebnis, dass das Active Sourcing Talent Acquisition Experts, Recruitern, Business Partnern oder Personalreferenten das Active Sourcing zusätzlich übergeben wird, ohne deren zeitlichen Möglichkeiten dafür zu klären. Und damit beginnt wieder das Zeitproblem als Auslöser der Todesspirale.

Kurz: Die Lösung ist ein professionelles Sourcing Mindset zu entwickeln, das sowohl Strategie wie Taktik beherrscht und konsequent Systeme anwenden kann.


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