Was viele nicht wissen: Die Private Search (anonymes Suchen) spielt beim Sourcing mit Google eine entscheidende Rolle. Wie auch in den Social Media Portalen, zeigt die Google Suche hauptsächlich in den ersten Suchergebnissen solche an, die in einer “persönlichen Beziehung” zum Suchenden stehen. Google berechnet, auch die bisherigen eigenen oder Suchen der verbunden Personen der Vergangenheit ein. Google sucht nicht nach Keywords, sondern berechnet “ähnliche Ergebnisse”. Denn das ist die Natur eines semantischen Algorithmus: Etwas “Ähnliches” zu finden. Sourcing Tools, die helfen, genauer zu finden, sind für das Sourcing mit Google sehr wichtig.

Wie hängt die Private Search mit der Semantischen Suche zusammen?

Viele fragen sich, warum die ersten Suchergebnisse so oft in einer “persönlichen Beziehung” zum Suchenden stehen. Die Ursache wird gern übersehen: Die Semantische Suche (die Keyword Suche gibt es faktisch nicht mehr – hier mehr im Blogpost: Active Sourcing mit der Booleschen Suche ist tot – es lebe die Semantische Suche!?) hält für Sourcer, neben dem Fakt, dass sie die Keyword Suche nicht mehr anwenden zu können, ein grundsätzliches Problem bereit:

Sie suchen nach ähnlichen Inhalten Und was ähnlich ist, berechnet der jeweilige Algorithmus. Ihre Sourcing-Ergebnisse sind so gut, wie dessen “Ähnlichkeitsberechnung”. Oder anders formuliert: Wie Sie als Sourcer in der Lage sind, diese”Ähnlichkeitsberechnung” zu steuern.

Je nach Programmierung interpretiert diese Semantische Suche stark (XING) oder schwach (LinkedIn). Je stärker die Interpretation durch den Algorithmus, um so “ähnlichere” = abweichendere Ergebnisse bekommt man angezeigt. Der Vorteil von stark interpretierenden Algorithmen ist gleichzeitig deren Nachteil für Sourcer: Sie finden immer etwas Ähnliches. Sourcer haben oft ein gutes Gefühl etwas “Ähnliches” zu finden. Aber immer seltener ist darunter der richtige und passende Kandidat (erkennbar).

Was ist ein Echoraum?

Die Semantische Suche führt dazu, dass man zuerst die Informationen und Profile angezeigt bekommt, die im eigenen Umkreis sind und dann die Kontakte/Freunde der Kontakte/Freunde. Jeder kennt das aus Facebook: Irgendwann, wenn man sogar zusätzlich unerwünschte Informationen “wegklickt”, sitzt man in einer (Informations-)Blase. Man sieht nur noch Posts mit eigenen Interessen und die der Freunde, die dies teilen.

Man nennt dies ECHORAUM. Der Echoraum taucht in den Social Media Portalen (also XING und LinkedIn) genauso häufig wie in Google auf. Sourcing Methoden und Sourcing Tools, die dies eindämmen, sind für viele gezielte Suchen bzw. das erfolgreiche Finden sehr wichtig.

Konsequenzen der anonymen Suchen und der Private Search

Natürlich träumen alle Sourcer von einem Tool, mit dem man wieder die Keyword Suche zurückholen kann. Da keine der Suchmaschinen für Sourcer geschrieben wurde und wir sie nur “mitbenützen”, wird dies wohl weiterhin ein Traum bleiben. Wir müssen uns mit den Möglichkeiten begnügen, die wir haben. Und davon haben wir nur zwei:

1.) Professionelle Sourcing-Methoden wie Talent Mining

2.) Private Search Tools 

Social Media Portale dienen dem persönlichen Austausch, deshalb passt anonymes Suchen nicht (mehr) und wird nicht angeboten. Aber je mehr Such- und Findemöglichkeiten in den Social Media Portalen eingeschränkt werden, um so wichtiger wird Google. Und dort ist das anonyme Suchen mit Tools möglich. Doch bitte erwarten Sie davon nicht zu viel: Denn wenn Sie den Modus “Anonymes Suchen” in Google einschalten, können Sie zwar Ihre eigenen Spuren und Informationen unterdrücken. Aber Sie bleiben dennoch gefangen im Echoraum des gesamten Semantischen Systems. Das heißt: Sie erhalten immer ähnliche Ergebnisse, also eine Vermischung aus dem, wie andere gesucht bzw. geklickt haben.

Folgende 5 Private Search Tools sind empfehlenswert:

 

 TOOL #1:  Searchonymous

Diese Erweiterung gibt für den Google Chrome Browser und in Firefox. Sie müssen diese jeweils in den beiden Browser einzeln installieren. Man kann damit (wenn Sie angeschaltet ist) anonym im Web und damit auch auf Google suchen und bleibt dennoch in den anderen Google-Plattformen wie Youtube, Gmail, weiterhin eingeloggt. Nachteil ist: Wenn diese Extension eingeschaltet ist, funktionieren, die anderen Extensions des jeweiligen Browsers nicht, da man aus Chrome bzw. aus Firefox ausgeloggt ist. Sie können dieses Tool im Google Webstore hier hinzufügen bzw. im Firefox Add-ons-Store hier. TIPP: Unbedingt vor dem Hinzufügen den Text und die Erklärung zu dieser Extension lesen!

 TOOL #2:  Private Search

Dies ist eine Erweiterung für Ihren Chrome Browser. Sie ermöglicht im Web zu suchen, ohne dass die eigenen Daten oder die eigene Such-Historie getrackt werden. Sie können auf diese Weise mit allen Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo anonym suchen. Das Tool ist einfach über den Google Webstore hier zu installieren. TIPP: Unbedingt vor dem Hinzufügen die “Terms of Use” dieser Chrome Extension lesen.

 TOOL #3:  Ghostery

Dieses Chrome Extension Tool funktioniert anders herum: Sie können mit diesem Tool (anonym) sehen, wer Sie trackt. Der Webtext lautet: “Ghostery sieht das „Unsichtbare“ im Internet und erkennt Tracker, Web-Bugs, Pixel und Web-Beacons, die auf Webseiten von Facebook, Google und über 500 anderen Ad-Netzwerken, verhaltensbezogenen Datenlieferanten und Web-Publishern platziert werden, um die Aktivität von Benutzern zu überwachen.” Da es ein kostenloses Tool ist, ist es nicht ganz korrekt. Aber es ist schon sehr interessant zu sehen, welche Ihrer Informationen Ihres Online-Verhaltens wohin gehen und Ihre Suchergebnisse beeinflussen. Manches Mal kann man so die eigenen Suchergebnisse besser verstehen … Sie können die Chrome Extension hier aus dem Google Webstore installieren.

 TOOL #4:  anonymoX

Dies ist eine Erweiterung für den Firefox Browser und ermöglicht Ihnen richtiges Hacking. Mit diesem Tool können Sie nicht nur anonym im Internet surfen, sondern sogar Ihre Herkunft verändern und verschleiern, indem Sie eine andere IP-Adresse wählen (diese werden zur Verfügung gestellt). Dabei können Sie sogar so tun, als wenn Sie aus einem anderen Land surfen würden. Sie können auch, wie mit einem Proxy-Server, blockierte Seiten aufrufen und Cookies löschen, ändern und ein paar andere spannende, für Hacker interessante Dinge tun. Sie können dieses Firefox Add-on hier aus dem Store in Firefox installieren.

 TOOL #5:  VPN Unlimited–Anonymous Proxy

Das ist das super-mega Anonymous-Tool: Haben Sie diese Chrome Erweiterung installiert, muss sich selbst die NSA anstrengen, Sie zu tracken. Denn diese Browser-Erweiterung versteckt Ihre IP-Adresse und schützt Ihre persönlichen Daten zuverlässig. Sie stellt eine einfache Möglichkeit dar, das Protokoll WebRTC in Ihrem Browser zu deaktivieren und ermöglicht Ihnen komplette Anonymität und Datensicherheit online. Auch hier gilt: Sie können nur Ihre eigenen Spuren ausschalten: Sie gelangen so nicht zu neutralen Such-Ergebnissen! Sie können die Chrome Extension hier im Webstore finden und installieren. TIPP: Unbedingt vor der Installation den Text und das Video zur Erklärung zu dieser Chrome Extension ansehen bzw. lesen!

Wichtiger Tipp

Der Inkognito-Modus  von Google Chrome ist alles, nur nicht anonym (Sie finden diesen, wenn Sie die drei kleinen senkrechten Punkte oben rechts im Chrome Browser anklicken unter “Neues Inkognito Fenster”). Dazu hat Google Chrome vorher schon zu viel von Ihren Suchen getrackt! Dagegen ist der private Modus von Firefox (Sie finden ihn, wenn Sie die drei kleinen waagerechten Linien oben rechts im Firefox Browser anklicken und dort “Privates Fenster” anklicken) wirklich tracking-frei und auch empfehlenswert für das Ziel Private Search!

Fazit

Die Private Search bzw. Inkognito Tools sind große Hilfen in der Suche von Kandidaten mit Google oder Bing. Doch alleine lindern sie nur den Schmerz der Semantischen Suche. Erst wenn Sie gleichzeitig professionelle Sourcing Methoden einsetzen (es gibt 21 Sourcing Methoden, die wir hier in DACH erfolgreich nützen können), können Sie ein so komplexes Semantisches System wie den Google oder Bing Algorithmus steuern und gezielt finden. Und auf diese Weise teilweise sogar den Echoraum verlassen oder die semantischen Ergebnisse deutlich eindämmen.

 Unsere Empfehlung für diejenigen Sourcer, die zum Beispiel Experten gezielt finden wollen:

 

Lernen Sie unbedingt, wie man Semantische Algorithmen wirklich steuert und wie man (zusätzlich) mit Google oder Bing Kandidaten gezielt sucht und findet. Die Röntgentechnik/X-Ray-Suche mit dem site:-Befehl in Google (hier mehr) intuitiv einsetzen, hilft hier durch den Echoraum auch dort nur noch selten weiter!

HAPPY SOURCING!

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