Menschen hassen es, liebgewonnene Routine zu verlieren, auch Experten im Recruiting und Active Sourcing. Viele fühlen sich dann sogar in einer Verteidigungssituation: Sie wollen dieses praktisch Bewährte behalten. Das gilt auch in der Personalbeschaffung, die ohnehin unter enorm fremdbestimmtem Zeitmanagement leiden und immer hart kämpfen, durch Routine und Erfahrung wenigstens etwas des Tagesablaufes unter eigenem Management zu halten. Leider gibt es sehr schlechte Nachrichten: Die klassische Keyword Suche mit den Booleschen Befehlen gibt es nicht mehr – in diesem Blogpost erklären wir die neue Generation der Semantischen Suchmaschinen.

Aber anstatt sich zu überlegen, ob es eine grundsätzliche Änderung gibt, werden dann die Social Media Portale ganzheitlich als untauglich erklärt oder die Tools, die die Portale anbieten bzw. die Methoden, die darüberhinaus nicht geeignet sind, oder angeblich zu zeitintensiv. Mal unabhängig davon, dass dies kein Plädoyer für ein Portal oder Tool ist, aber in bereits 2 Jahren werden wir zurückblicken und über diese Argumentation den Kopfschütteln: Das Werkzeug ist nur selten die Ursache schlechter Arbeitsergebnisse.

Active Sourcing und das Semantische Web

Das Zeitalter des Semantischen Webs ist schon da und kategorisiert in Zukunft Recruiter in den Recruiter oder die Recruiterin ‘Next Generation’  (RNG) oder  – so hart das jetzt klingt, aber die ewig gestrigen, werden immer weniger Erfolg haben. Dies ist keine Aussage, die den Umkehrschluss zuläßt, dass Recruiting Methoden aus der realen Welt wie Telefon Research / Executive Search nicht mehr funktionieren werden. Schließlich ist es unwahrscheinlich, dass C-Level Funktionen und Top-Performer schön gepflegte Social Media Profile haben. Doch auch dort wird immer mehr die Kommunikation und das Beziehungsmanagement digitalisiert.

Semantik hilft sehr im Active Sourcing

Und wenn Sie einen Aufsichtsrat suchen, und die Top-Kandidaten ansprechen, wäre es doch auch hilfreich, aktuelle Informationen über z.B. Auszeichnungen zu erhalten, um zu gratulieren? Um diese zu bekommen, müssen Sie die Suchmaschinen beherrschen. Denn Ihr Keyword wird Sie nicht mehr automatisch zu den aktuellen Events und Daten Ihres Kontaktes steuern – nicht mal dessen Namen hilft wirklich (denn auch hier wird nun nach ‘ähnlichen’ Namen und nicht nach der Person gesucht)!

 

 Recruiter Next Generation (RNG)

Der Recruiter der Zukunft muss sich damit auseinandersetzen, wie er Suchmaschinen für seine Aufgabe positiv einsetzt.  Social Recruiting ist wie Autofahren – und entscheidend ist bis heute, mit welchem Motor Ihr Gefährt angetrieben ist. Und der Motor des Webs ist die Suchmaschine. Sie werden auch in Zukunft mit einem Fahrrad oder der Pferdekutsche ans Ziel kommen – die Wahrscheinlichkeit, dass Sie damit aber den Wettbewerb um die besten Talent gewinnen, ist in den meisten Disziplinen nicht sehr hoch. Und wenn Sie einen Unfall haben, ist meist nicht das Auto oder die Straße automatisch schuld.

Erfolgreiche Sourcer geben nicht auf und bleiben flexibel

Erfolgreiche Recruiter müssen akzeptieren und lernen, dass die Struktur des Webs sich nicht so entwickelt hat, dass wir sie weiterhin genau zu den Profilen unserer Kandidaten steuern können. Aber kluge Active Sourcer haben eines gelernt: Geht nicht, gibt’s nicht. Denn die HR-Daten sind da und nun gilt es nur, diese neue Generation Suchmaschine auch erfolgreich zu Ihren Talenten zu steuern.

Active Sourcing ist heute die Kunst des gezielten FILTERNS

Sie müssen als erstes jede Suche fundiert vorbereiten und dabei die Zielorientierung in den Vordergrund stellen. Der Schwerpunkt der Semantischen Suche ist nicht mehr wie bei der Keyword-Suche  das FINDEN (das macht das Semantische Web sowieso), sondern die A-Kandidaten aus den vielen B- und C-Kandidaten herauszufiltern oder die Suchmaschine am FILTERN zu hindern. Denn die Semantischen Algorithmen werden Ihnen immer irgendwelche ähnlichen Kandidaten bringen, das ist ihr Auftrag. Und den erfüllen sie so gut, dass sie teilweise in einigen Social Media Portalen keine Kandidaten erkennen, weil sie nur nach ‘ähnlichen’ und nicht den gleichen suchen.

Sie kennen das von Amazon, das Ihnen vorschlägt: ‘Kunden, die dies kauften, kaufen auch das …’. Erst wenn Sie bezahlt haben, sehen Sie plötzlich ein analoges Produkt, nachdem Sie vorher gefahndet haben, meist sogar frustrierender Weise günstiger. (Übrigens auch ein Semantische Suchmaschine – das haben Sie sich aber bereits gedacht…)

Active Sourcing mit der Booleschen Suche ist tot – es lebe die Semantische Suche!?

Zurück zur Semantischen Suche im Recruiting: Sie müssen jetzt lernen String-FOLGEN zu erstellen, die diesen besonderen Anforderungen gerecht werden. Man nennt diese Folgen String-Suites. Sie können sich das wieder wie beim Autofahren vorstellen. Dort haben Sie bestimmte Routine wie: Einsteigen, anschnallen, Bremse drücken, Starten … und so ist das nun auch für diejenigen, die den Ehrgeiz besitzen, die besten Kandidaten zu finden.

Active Sourcing ist heute ein Prozess geworden, den Sie lernen müssen, um erfolgreich sein. Es geht nicht mehr intuitiv! 

Und wenn Sie nicht nur filtern, sondern sogar gezielt Priorisieren, also nur genau Ihre passenden Kandidaten am Bildschirm erkennen, dann haben Sie es wieder geschafft. Sie sind Profi-Sourcer.

Hier eine Zusammenfassung des letzten Webinars:

Active Sourcing mit der Booleschen Suche ist tot – es lebe die Semantische Suche!?

Die BOOLESCHE SUCHE ist tot – es lebe die SEMANTISCHE SUCHE!?

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