Auch wenn Sie sich selbst nur als „durchschnittlichen Sourcer“ einschätzen, Kandidaten sehen Ihr Personal Branding und damit Ihre Online-Präsenz(en) oft nicht gleich wie Ihren verdienten Ruf im wirklichen Leben. Es kann sogar einen dramatischen Unterschied zwischen Ihrer Persönlichkeit und Ihrem digitalen Fußabdruck sein. „Ich kann mir doch nicht alles Gedanken machen“ sagen Sie vielleicht, oder „dafür ist im Alltag keine Zeit.“ Aber Ihre potentiellen Kandidaten sind am Anfang nicht nur an Ihrem Unternehmen interessiert. Sie wollen wissen, wer sie anspricht. Und hierbei haben Sie zwei Funktionen: Sourcer und Mitarbeiter Ihres Unternehmens – was Sie somit zum doppelten Botschafter macht. Doch Personal Branding muss kein Vollzeit-Job sein. Wir zeigen Ihnen die 5 wichtigsten Personal Branding Tools und wie Sie Ihre Brand einfach überwachen können.

Das Personal Branding ist für Ihren Sourcing Erfolg entscheidend!

Ihr erstes Ziel bei der Kontaktaufnahme ist eine Antwort. Und natürlich wünschen Sie sich eine „interessierte“ Antwort mit offener Kommunikation, in der Sie so positiv auf Ihre potentielle Kandidaten wirken, dass Sie diese nicht nur überreden, sondern überzeugen. Eine hohe Antwortrate hängt aber davon ab, wie sehr Ihr Talent Sie als ‚würdig Ihnen zu antworten einschätzt‘ (mehr dazu in unserem Blogartikel:  Recruiter Branding – Wie entscheidend ist mein Profil im Web?). 

Und genau das können Sie durch Ihr Sourcer Branding beeinflussen, in dem Sie dort die Informationen hinterlegen, die Ihre Zielgruppe positiv einschätzt. Angefangen mit einem Foto, das nicht zu distanziert und förmlich, aber nicht zu persönlich sein sollte und unprofessionell wirkt über den persönlichen Text bis hin zu einer auf die Firma abgestimmten Text, der wieder gibt: „Ich arbeite für ein Unternehmen, in dem Du als Individuum und Mensch – und nicht nur Kandidat – wichtig bist“.

Personal Branding ist das, was in Google auf Seite 1 über Sie steht!?

Bitte bedenken Sie dabei: Sie konnten gerade mal die Aufmerksamkeit dieser Person, die Ihr Profil besucht, erwecken. Sie ist zu diesem Zeitpunkt noch NICHT INTERESSIERT. Sie hat wahrscheinlich gegoogelt und dann auf ein Profil geklickt. Gehen Sie davon aus, dass nur die wenigstens, die googeln auch klicken. Aber heute werden die meisten Nachrichten auf dem Mobiltelefon gelesen und, wenn Sie alles richtig gemacht haben, wird von dort nach Ihnen gegoogelt. Das bedeutet: Sie sollten sich nicht einfach nur darauf vorbereiten, dass Sie schöne Social Media Profile haben, sondern diese Profile für das „Gegoogelt-werden“ und dort „Gefunden-werden“, also für die Suchmaschinenoptimierung, vorbereiten!

Die 5 wichtigsten Personal Branding Tools für Sourcer:

1. Personal Branding Tool  about.me

About.me macht Ihre Personal Branding Gestaltung fast zum Kinderspiel. About.me ist eine Plattform, die Google liebt und deshalb große SEO (Suchmaschinenooptimierungs-)Wirkung hat. Sie können dort eine Art persönliche One-Page-Website erstellen. In der Grundversion ist es kostenlos, mobil-optimiert und wirklich einfach zu gestalten. Sie können bereits in der Grundversion verschiedene Designs wählen. Unsere Empfehlung ist nicht nur Ihre Karriere dort wie in einem Lebenslauf zu hinterlegen, sondern mehr Persönliches über sich Preis zu geben.

Selbst wenn es nur wenige Kandidaten lesen, der Google Algorithmus wertet dies sehr positiv – auch dann, wenn Sie es nur einmal optimiert haben und später nicht mehr pflegen. Denn Sie können about.me auch auf Ihre weiteren Social Media Profile verlinken und dadurch punkten. Bitte beachten Sie: Sie sollten dann Ihre Profile auch öffentlich stellen, sonst funktioniert die Empfehlung aus about.me nicht!

2. Personal Branding Tool  LinkedIn Profil

Ihr öffentliches Linkedin Profil ist bestens mobil-optimiert. Da der Google Algorithmus diese Mobiloptimierung hoch wertet, sollten Sie unbedingt Ihr LinkedIn Profil up-to-date halten und öffentlich stellen. Bitte denken Sie daran, dass Sie nur eine Persönlichkeit, aber mehrere Online-Präsenzen haben. Ihr Personal Branding sollte auch auf den unterschiedlichen Portalen synchron sein – Google merkt das, wenn es nicht so ist. Experten sind der Überzeugung, dass Profilbesuche bei Linkedin zur sozialen Interaktion zählen und in die Anzeige im LinkedIn Newsfeed einfließen. Sollten sie also zum Beispiel im Recruiting auch Anzeigen im LinkedIn Newsfeed posten, ist es sinnvoll, diese Zusammenhänge zwischen Personal Branding und Social Media Reichweite zu beachten und zu pflegen.

3. Personal Branding Tool  XING Profil

Ihr XING’s Profil ist leider nicht so mobil-optimiert wie das von LinkedIn. Dennoch: Googelt Sie ein Deutscher mit dem deutschen Google ist meistens das XING-Profil vor dem LinkedIn Profil. Ob beide auf der ersten Seite sind, liegt natürlich daran, ob Sie Ihre Profile öffentlich geschaltet haben und ob diese „ausreichend“ (für den Google Algorithmus) Informationen enthalten. Beachten Sie: Der Google Algorithmus merkt sich keineswegs jedes XING-Profil!

Xing hat aber einen Vorteil gegenüber LinkedIn: Es gibt dort neben dem klassischen, lebenlauf-ähnlichen Profil auch das Portfolio. Leider ist dieses nicht vertextet, das heißt, leider werden die Texte in vielen Profilen zu Bildern und können nicht von Google ausgelesen und bewertet werden. Aber wenn wir an Ihre Zielgruppe „potentielle Kandidaten“ denken, bieten sich hier im Premium XING-Profil mehr Möglichkeiten der Darstellungsform. Bitte beachten Sie: Sie können in Ihrem Account einstellen, was ein Profilbesucher zuerst sieht: Portfolio oder Lebenslauf-Version. Eine Grundregel, welche Version besser ist, gibt es nicht und hängt von Ihrer Zielgruppe und deren „Candidate Experience“ ab.

4. Personal Branding Tool  branded.me

Das Portal branded.me ist nach einem Update Anfang dieses Jahres nun mehr als nur eine „One-Page-Website“, es ist ein Portal geworden, das die Möglichkeit zu bloggen bietet. Sie können also wie in about.me eine Website erstellen, haben aber zusätzlich die Möglichkeiten dort nicht nur wie in anderen Social Media Portalen zu posten, sondern können dort über Ihr „Leben“ bloggen. Niemand erwartet hier das professionelle Bloggen wie in unserem Intercessio-Fachblog, sondern einfach persönliche oder berufliche Berichte. Diese sind dann öffentlich – und Google liebt diese!

Sie können so über branded.me so viele Follower generieren und damit eine sehr hohe Online-Reichweite. Es ist sogar möglich nach Job Seekern zu suchen, denn Sie können Ihr Profil so einstellen, dass jeder sieht: Sie suchen einen Job. Noch ist branded.me in DACH nicht so beliebt und bekannt wie about.me, aber es bietet für Sie eine weitere Chance, auf einfache Art Ihre persönliches Personal Branding als Sourcer zu gestalten.

5. Personal Branding Tool  BrandYourself

Die einfache Überwachung Ihres Personal Branding als Sourcer ist, dass Sie sich einmal in der Woche selbst googeln. Unsere Empfehlung ist: Tun Sie das im Inkognito-Modus oder gleich im Privaten Modus, so dass Sie die Erscheinungsform Ihres Brandings wirklich so sehen wie Ihre Profil Besucher, die bisher nicht mit Ihnen verbunden sind. Die zweite Variante ist, den Google Alert (hier klicken) einstellen (einfach anstatt ‚interessante Inhalte‘ Ihren Namen und/oder Ihr Unternehmen eingeben – so werden Sie benachrichtigt, wenn jemand etwas über Sie im Web öffentlich postet oder berichtet).

Wenn Sie aber wissen wollen schauen, wie es um Ihre Social Chancen steht, dann sollten Sie das BrandYourself DIY – Tool einsetzen. Hier können Sie die Suchergebnisse der anderen prüfen und erhalten einen Bericht, was Sie noch an Ihrem Personal Branding verbessern können. Bereits mit der kostenlosen Version dieses DIY-Tool können Sie drei Online-Profile verfolgen, noch intensiver und besser geht es natürlich mit einem bezahlten Account.

Fazit

Wir leben in einer Zeit der Individualität  – diese erfordert Wertschätzung. Wenn Sie Ihre Talente erreichen und überzeugen wollen, sollten Sie mit Ihnen auf Augenhöhe kommunizieren. Das geht nur mit der richtigen Mischung zwischen (beruflicher) Professionalität und (privater) Persönlichkeit. Deshalb erwarten (potentielle) Kandidaten auch beim Active Sourcing mehr über Sie als Mensch zu erfahren, nur distanziert beruflich ist zu wenig. Nur privat kumpelhaft-locker ebenso. Und da heute zuerst alles gegoogelt wird, sollten Sie dafür sorgen, dass das was Ihre potentiellen Talent in Google finden, auch das ist, was Sie möchten, dass Sie finden. Denn vergessen Sie nicht: Was in Google steht ist nicht nur Ihr Personal Branding, sondern aus vieler Leute Sicht schlichtweg und einfach die Wahrheit!

HAPPY SOURCING!

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