Bei Fachkräftemangel kann sie passieren – genauso wie bei Masseneinstellungen: Die Fehlbesetzung (im Englischen: Bad Hire). Sie ist sicher kein Phänomen des Social Webs und damit des Social Recruitings. Denn Fehler sind auch schon vor dem Internet oder Web bei der Entscheidung für den einen oder anderen Kandidaten passiert. Schließlich hat es immer schon in allen Prozessen und bei den Beteiligten ‚gemenschelt‘. Und auch interne bzw. externe Abstimmungsprozesse konnten in der Vergangenheit ihre Tücken haben und funktionierten nicht immer.

Aber das digitale Web und die Möglichkeiten, HR-Daten zu komprimieren, decken nun die Ursachen viel schonungsloser auf und  kommunizieren sie auch offen weiter. Und es bestehen viel einfachere Möglichkeiten, Daten zusammenzutragen und zu interpretieren. Zwar würden einige diese Tatsache einer Fehlbesetzung lieber unter den Teppich kehren. Denn schließlich heißt eine solche Besetzung, etwas ist im Recruiting Prozess schief gelaufen. Doch beinhaltet die Übersicht der Daten aus vielen Fehlbesetzungen den unschätzbaren Vorteil, dass wenn Sie sich auch mit den Ursachen anderer auseinandersetzen, Sie daraus lernen und diese für Ihr Recruiting vermeiden können.

Ab wann spricht man von einer Fehlbesetzung?

Da gehen die Meinungen auseinander – kurzfristig Denkende sehen eine Fehlbesetzung, wenn jemand die Probezeit nicht besteht. Für andere ist der Recruiting Prozess erst nachhaltig erfolgreich, wenn der ehemalige Kandidat und heutige Mitarbeiter erfolgreich zur Wertschöpfung des Unternehmens beiträgt, was durchaus erst sehr viel später geschieht bzw. geschehen kann. Die Zeit bis dahin kann dann teuer werden, wenn sich herausstellt, man hat die falsche Entscheidung getroffen:

41 %  der befragten Unternehmen gaben an, dass sie eine

Fehlbesetzung 22.000 Euro gekostet hätte und

25 %  sogar 45.000 Euro.

Was sind die Gründe für eine Fehlbesetzung?

Die Zahlen sind keine Überraschung: Ganz klar ist erkennbar, wer den Recruiting Prozess nicht sauber abwickelt, begibt sich ein hohe Gefahr, einen Kandidaten zu empfehlen, der nicht passt und dann nicht erfolgreich ist.

38 %  gaben an, die Ursache war der Zeitmangel

34 %  meinten, es hat sich so entwickelt

21 %  haben nicht ausreichend Tests und Prüfungen

vor der Einstellung durchgeführt

11 %  haben keine Referenzen vor den Einstellungen eingeholt.

Aber die letzten beiden Punkte sind schon besonders interessant: In offener Selbstkritik gaben die befragten Recruiter zu, dass sie oder der Fachbereich im Recruitingprozess zu oberflächlich waren und hätten den Grund, der zur Fehlbesetzung führte, vorher erkennen müssen.

Wie vermeide ich eine Fehlbesetzung?

Die Recruiter und Unternehmen wurden befragt, was die typischen Ursachen waren, warum eine Besetzung fehlgeschlagen ist:

63 %  war die Ursache, dass die neuen Mitarbeiter die geforderte Arbeitsleistung

nicht erbringen konnten und jetzt kommt es:

63 %  gaben an, das sie nicht mit den Kollegen zusammen gepasst haben.

62 %   hatten eine negative Arbeitsmoral

56 %  hatten sofort Fehlzeiten und Anwesenheitsprobleme.

49 %  verursachten Kundenbeschwerden

48 %  konnten Termine nicht einhalten.

Die einfache Lösung könnte lauten: Wenn Sie es schaffen, diese 6 Ursachen in Ihrem Recruiting Prozess besonderer Aufmerksamkeit zu widmen, dann können Sie Fehlbesetzungen fast ganz vermeiden und damit auch die hohen Fehlbesetzungskosten.

Die nachfolgende Infographik gibt dies und einige andere Zahlen wieder:

 ( Quelle: Mindflash)

Recruiting Die Kosten einer Fehlbesetzung Infographic

Fazit und Empfehlung

Unser Empfehlung ist auf jeden Fall, den eigenen Recruiting Workflow festzulegen und wie eine Checkliste als rote Linie konsequent zu verfolgen, selbst wenn Sie unter Zeitdruck sind oder Ihr Fachbereich die ‚quick und dirty‘-Version bevorzugt. Sie können sich somit selbst im Prozess korrigieren und Fehler vermeiden. Aber auch zumindest hinterher beweisen, dass Sie gewarnt haben und damit festhalten: Sie bzw. das Recruiting sind/ist nicht an dieser Fehlbesetzung schuld. Denn: Bei Fehlbesetzungen ist nicht immer der Recruiter die Ursache. Den Recruitingerfolg definiert auch das positiv unterstützende Verhalten des Hiring Managers bzw. zuständigen Fachbereiche.

Erfolgreiche Recruiter , das heißt hier auch Recruiter mit einer sehr geringen Zahl an Fehlbesetzungen, erbringen diesbezüglich besonders in Sachen Disziplin und roter Linie ihres Recruiting Workflows Hochleistung. Wie erfolgreiche Recruiter arbeiten und worauf sie besondere Schwerpunkte legen, haben wir Ihnen im nachfolgenden Ebook zusammengefasst. Sie können es kostenlos downloaden.

HAPPY RECRUITING!

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