Twitter hat kürzlich bestätigt, dass es von seiner 140-Zeichen-Zählung bestimmte Elemente ausnehmen wird. Übersetzt für die nicht so Twitter-Geübten bedeutet dies: Unter bestimmten Umständen kann man mehr als 140 Zeichen twittern. Viele finden, dass dies ihre Gebete erhört hat – denn mehr Zeichen heißt ja auch, dass man sich besser ausdrücken und mehr Infos pro Tweet versenden kann. Aber was bedeutet das für die Arbeitgeber bzw. Recruiter und wie machen Sie das Beste aus dieser entspannten Zählung? Nachfolgend führen wir Ihnen aus, warum wir richtig begeistert von diesem Update sind (und warum Sie das auch sein sollten!)

Die Geschichte des 140-Zeichen Limits

Ok, das ist einleuchtend: Wenn man mehr schreiben kann, dann kann man auch mehr aussagen und mitteilen. Das galt bereits 2015, als Twitter das 140 Zeichen Limit für die Direktnachrichten auf 10.000 Zeichen hochsetzte (hier mehr). Gehen wir auf die Gründung von Twitter zurück: 2006 als der Kanal startete, waren Smartphones noch nicht so sehr verbreitet wie heute. Die Nutzer kommunizierten ohnehin hauptsächlich via Tweets per SMS. Da die Provider für Text-Messaging begrenzte Zeichen-Zahlen vorgaben, existierte daraus eine vereinheitlichende  Twitters 140-Zeichen-Beschränkung „sicherheitshalber“.

Die schneller erreichbare Candidate Experience

Und dann war das alles erst mal so und die Twitter-Sprache entstand. Nun wird allerdings des Feld der Social Networks immer kleiner, es gibt immer mehr Angebote sozialer Kanäle, in denen Marken, Influencer und dann letztlich auch Arbeitgeber um Aufmerksamkeit kämpfen. Heute ist die Benutzererfahrung (User Experience = UX) und ganz besonders die Candidate Experience auf Twitter zu verbessern eine fast zwingende (Re)Aktion in diesem wettbewerbsintensiven Umfeld der Social Media Portale. Twitter möchte das unterstützen, aber dennoch seinem Grundsatz treu bleiben. Schließlich liegt in der Kürze Twitter-Sprache der 140-Zeichen-Zählung die Würze. Denn mobil hat heute sowieso keiner mehr Lust auf lange Textnachrichten.

Die Facts der Twitter Zeichen-Erweiterung

Dies ist ein Kunststück, das Twitter nun zu vollbringen versucht. Twitter-CEO Jack Dorsey , ist sich sicher: Die neue Wertung der Zeichenzahl gibt den Benutzern „mehr Nutzen und Macht.“ Es geht schlichtweg darum, dass bestimmte Formate innerhalb eines Tweets nicht mehr als Zeichen, sondern als ein bestimmtes „Format“ gezählt werden. Besonders die Zählung und Verwendung von Twitter-Namen (in Englisch: Twitter-Handles beginnend mit @) sowie spezielle Multimedia-Beifügungen (Rich Media) werden vereinfacht. Ziel ist auch für neue Benutzer, den Kanal dadurch attraktiver zu machen, dass man zwar die Kürze weiter einhält, aber die Einschränkungen fallen läßt, die durch umfassende Kommunikation mit mehreren und durch spezielles Bildmaterial entstanden sind.

5 Tipps für Ihr Twitter-Recruiting zur optimalen Nutzung der neuen 140-Zeichen-Zählung

Eine wirklich tolle Sache ist, dass es mehr als nur die Bilder sind, die nun von der Zählung ausgeschlossen werden (Ok, erst die schlecht Nachricht:  Links zählen immer noch voll, da gibt es keine Erleichterung). Nachfolgend haben wir Ihnen die Inhalte, die Twitter nun ausnimmt bzw. also sogenannte „wertvolle Zeichen“ wertet zusammengefasst:

  1. Im Fall von Antworten bei Twitter-Konversationen: Bisher war es so, dass man bei langen Gesprächen auf Twitter eine ganze Kette von Twitter Namen in den Antwort-Tweet einbaute, um alle einzubeziehen.  Diese zählten alle als zeichen. So war es immer ein Kunststück, da noch Text unterzubringen, wenn man alle adressieren wollte. Jetzt die Top-Nachricht: Diese @Handles bei Antworten zählt nicht mehr bezüglich der 140-Zeichen- Limits!
  2. Zu den Medienanhänge: Sie wissen es: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Und hier die gute Nachricht: Alle Anhänge wie Fotos, GIFs, Videos aber auch alle Umfragen fressen nicht mehr das kostbare Zeichenlimit auf! Dies bedeutet, dass Sie den doppelten Platz erreichen und dennoch in der 140 Zeichen Limitierung bleiben. Das ist in einer Zeit, in der alle um Aufmerksamkeit kämpfen und auch Tweets nur mit Bilder wirklich auffallen, eine hervorragende Lösung. Sie haben auch mehr Platz Ihr Medium zu erklären, in Konversationen die Aufmerksamkeit zu halten und Links zu platzieren (nochmals: Leider werden Links immer noch voll gezählt!). Unser Rat: Kein Tweet mehr ohne Visuals, schon gar nicht Ihre offenen Stellen ohne ein interessantes Bild twittern!
  3. Sehr cool ist auch die Einbindung der Retweets (der Weiterleitung von Tweets z.B. beim Bedanken oder einfach nur beim „Empfehlen). Der sogenannte Retweet-Button sorgt nun bei eigenen Tweets, dass Sie andere Tweets leichter in voller Nennung retweeten oder zitieren können und z.B. das Zeichen „RT“ nicht mehr gezählt wird. Dadurch können Sie leichter in die Kommunikation einsteigen. Das Ziel ist, die Follower zu mehr Retweets zu bewegen und die Kommunikation und Interaktion zu intensivieren. Dies steigert Ihre Netzwerken und Ihre Sichtbarkeit.
  4. Das Beste am Ende sind zwei Algorithmus Verbesserungen: Bisher war es so, dass Sie, wenn Sie jemanden adressieren wollten, dass Sie unbedingt das @-Zeichen und dann den Twitter-Namen eingeben mussten. Es war gar nicht so leicht, sich Twitternamen zu merken. Denn die Twitternamen sind meist sehr, sehr kunstvoll und selten in Klarnamen. Das ist nun zwar noch nicht ganz vorbei, aber Twitter arbeitet daran. Ziel ist es: Sie geben den Namen ein und der Algorithmus bemüht sich automatisch, das passende Twitter-Handle zu finden.
  5. Zusätzlich können Sie den Algorithmus dann direkt steuern: Neue Tweets , die einfach nur mit „@“ beginnen werden automatisch alle Ihre Follower erreichen. Das heißt der Tweet, den Sie so absetzen, taucht wieder in allen Newsfeeds auf! Allgemein abgesetzte Tweets (ohne das @) erscheinen (auch derzeit) nur in den Newsfeeds der Follower auf, die (errechnet durch den Algorithmus) mit Ihnen in der letzten Zeit „interagiert“ haben oder den Newsfeed ohnehin auf chronologisch gestellt haben. (hier steht in der Twitter-Hilfe wie Sie Ihren Twitter-Nachrichtenstrom auf „chronologisch“ umstellen)

Ist Twitter-Recruiting fü die Personalbeschaffung wichtig?

Da noch nicht sehr viele (deutsche) Recruiter den Weg zu Twitter gefunden haben, ist es für diejenigen, die es einsetzen, ein wahres Eldorado. Auch alle Microblogging Portale leben den „Social Network“ Gedanken und leben vom Beziehungsmanagement und der Suchmaschinen Optimierung. Twitter leistet einen wichtigen Beitrag zur allgemeinen Sichtbarkeit im Web – und dieser Beitrag ist oft nicht direkt spürbar, sondern meist indirekt. Um nur eine, der vielen sehr wichtigen Auswirkung davon zu nennen: Wer aktiv twittert, dessen anderen Beiträge im Zusammenhang mit einem Tweet werden von Google höher gerankt (bei Moz im Blog nachzulesen: A Tweet’s Effect On Rankings – An Unexpected Case Study). Also ist das Twittern im Grunde eine agile und damit iterative Vorgehensweise.

Warum Recruiter spätestens jetzt twittern sollten

Dagegen denken viele Recruiter linear und damit klassisch wie in der realen Welt: Sie denken, Medien sind dazu da, Stellen auszuschreiben. Und wenn sie auf die Ausschreibung in zum Beispiel Twitter, selbst bei nachhaltiger Wiederholung, keine Antwort erhalten, sehen sie den Sinn darin nicht. Also übertragen auf Twitter stellen sie sich dann die Frage: was bringt mir Twitter dann?

Die Ursache liegt darin, dass es noch viele Menschen gibt, die glauben, dass die Digitalisierung linear passiert. Sie übertragen ihre Knowhow der linearen reale Welt und damit ihrer linearen Arbeitsweisen einfach auf Online-Tools. Und sie erhoffen sich daraus, dass digitale Tools und damit Social Media ihre Arbeit „vereinfachen.“ Diese Denkweise ist absolut kein typisches Recruiter Problem, aber eben auch bei Recruitern weitverbreitet. Sie ist insgesamt ein Adaptionsproblem an die Digitalisierung.

Denn die Wahrheit ist leider umgekehrt: Die Digitalisierung macht alles kompliziert und komplex, egal wie einfach es aussieht. Und die Digitalisierung ist immer iterativ (nur in Ausnahmen linear). Somit scheitert die klassische, reale Welt Vorgehensweise (und Denkweise) so gut wie immer.

Auswirkungen auf das Twitter-Recruiting

Wer erfolgreich Twitter-Recruiting anwenden möchte, muss ein Social Recruiting Mindset entwickeln. Dann klappt es auch mit der Candidate Experience und Sie werden erkennen: Mehr als 90 % der Twitterer sind einfach („nur“) Leser. Twitter ist ein Hub, also eine Möglichkeit, Ihren Content zu verbreiten und ein tolles Portal um gleichzeitig intensiv zu netzwerken. Und damit Ihre gesamte Sichtbarkeit zu steigern. Denn ein wichtiger Fakt ist: Da draußen im Web tobt der „Content War“ jetzt schon.

Jeder möchte derzeit mehr Sichtbarkeit erreichen, es geht sogar bereits um „Aufmerksamkeitsraub“ und wir Menschen beginnen uns dagegen abzuschotten. Damit ist die Aufmerksamkeit ist eines der höchsten Güter. Twitter hat einen großen Schritt getan, beides, Netzwerken zu ermöglichen, sowie die Möglichkeit einer größeren Reichweite. Sie können so ohne Aggression dennoch sichtbarer zu werden und bleiben, sowie wertschätzend kommunizieren.

„Twitter-Recruiting ist ein Turbo und Katalysator für Ihr Social Recruiting – doch es ist ein Marathon, kein Kurzstreckenlauf, in dem Sie hin- und wieder auftauchen können.“

Fazit: Gehen Sie dahin, wo Ihre zukünftigen Mitarbeiter lesen (sind)!

Heute ist Ihr oberstes Ziel im Online-Personalmarketing: Inhalt für Ihre Zielgruppen optimieren und eine einheitliche, positive Candidate Experience zu gestalten. Es wird mit diesen neuen Gestaltungsmöglichkeiten wesentlich dazu beitragen. Twitter hat zwar das Datum für den Roll-out noch nicht bekannt gegeben, aber sie haben gesagt, dass Benutzer diese Änderungen in den nächsten paar Monate, sehen werden.

Der CEO Jack Dorsey, sagt (sinngemäß übersetzt): „Dies ist die wichtigste Änderung, die wir in der letzten Zeit gemacht haben, um Menschen eine viel höhere Ausdruckskraft der 140 Zeichen zu geben. Ich bin überzeugt, das wir damit einen noch viel höheren Beitrag zu guten Dialogen und zur Online-Konversation leisten werden.“

Happy Twitter-Recruiting!

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