Dass Mobile Recruiting mehr als nur eine mobil-optimierte Karrierewebsite ist, ist vielen schon bewußt. Viele wissen und ahnen, dass die steigende Bereitschaft, Smartphones einzusetzen, auch das Recruiting verändert und neue Chancen öffnet, mit potentiellen Kandidaten zu kommunizieren und zu interagieren. Diese Technologien und das Online-Verhalten der Kandidaten kann man außer mit mobil optimierten Websites und Anzeigen auch noch anders nützen. Doch diese weiteren Chancen sind noch nicht bekannt. Dabei handelt es sich nicht um versteckte Hacks oder Expertentricks, sondern um Vorgehensweisen und Methoden, die bereits im Recruiting eingesetzt werden und die nur angepasst werden müssten. Besser formuliert: So an das Verhalten von Kandidaten angepasst, dass diese überzeugt und bewegt werden, sich zu bewerben oder zumindest in Kontakt zu treten.

Herz der Talent Acquisition 2.0 = Mobile Recruiting

Talent Acquisition 2.0 verbindet off und online Recruiting virtuos. Es stützt sich somit auch auf moderne Webtechnologien, die potentielle Kandidaten nicht nur dort abholen, wo sie sich online befinden (Candidate Touchpoints), sondern ihnen ein so positives Erleben geben (Candidate Experience), dass man sie nicht nur gewinnt. Denn Kandidaten sollten nicht überredet, sondern überzeugt werden. Natürlich beginnt dies damit, das man überhaupt ihre Aufmerksamkeit erhält – doch diese alleine ‘verpufft’ schnell. So hat moderne Talent Acquisition und damit auch erfolgreiches Mobile Recruiting den Ehrgeiz potentielle Kandidaten gleichzeitig

  • auf sich aufmerksam zu machen
  • sie zu interessieren
  • und zu aktivieren (das sie das gewünschte Verhalten zeigen)
  • und damit zu gewinnen.

Wenn Sie mehr darüber lesen wollen, was Mobile Recruitment ist, auf welche Teile man achten muss und wie Sie diese in Ihr (Social)  Recruiting einbauen können, dann können Sie unseren Blogartikel: ‘Was ist Mobile Recruitment?’ hier lesen. Nachfolgenden stellen wir Ihnen neue und noch nicht bekannte Features vor, die Ihr Recruiting für Kandidaten attraktiver machen.

7  praktische Kickstarter für Ihr Mobile Recruiting

1.   SMS (Short Messaging Service)

Potentiellen Kandidaten SMS zu schreiben, das ist für viele unvorstellbar. Sicherlich ist ein SMS an eine völlig fremde Person zu schicken, sehr kritisch zu sehen und auch ein Datenschutz-empfindliches und bezogen auf die Privatsphäre ebenso hochsensibles Thema, das hier nicht gemeint ist. Mobile Recruiting ist nicht nur Kontaktaufnahme, sondern auch das ‘In-Kontakt-Bleiben’ und vor allem das Gewinnen. Und alles was persönlich ist, individuell und damit zielorientiert (Targeting) hilft, eine Beziehung auf- und auszubauen und zu überzeugen. Vorausgesetzt, man fällt dabei nicht mit der Tür ins Haus. Hier ein paar praktische Beispiele für SMS und damit Mobile Recruiting:

  • Sie haben ein Vorstellungsgespräch vereinbart und schicken kurz vorher ein SMS mit dem Google Maps Link zu Ihnen, auf den der Kandidat klicken kann, mit ein paar netten Worten – zur Erinnerung und dass Sie sich auf ihn freuen.
  • Sie haben die Bewerbung des Kandidaten bekommen, aber etwas fehlt. Sie schicken anstatt oder parallel zu einem Email ein SMS mit der Bitte, diese Unterlagen nachzureichen. Wetten, dass dies persönlicher ist und damit schneller geht und gleichzeitig bindet?

2.   MMS (Multimedia Messaging Service)

Bilder und Videos generieren größeres Engagement als Texte, je persönlicher sie sind, um so besser. Heute gehört aber auch das Problem zum Recruiting und zum War for Talents, guten, engagierten Content zu verschicken, besonders dann, wenn potentielle, neue Mitarbeiter in der Warteschleife sind, da man sie halten möchte. Nur ein nüchterner Zwischenbescheid ist zwar mehr als nichts, aber es geht besser: Warum nicht ein nettes Bild als Zwischenbescheid per MMS verschicken oder ein kurzes Erklärvideo? Trennen Sie sich vom Gedanken, Tech-Tools oder Methoden nur für den ersten Kontakt oder nur zur sachlichen Information einzusetzen. Nützen Sie MMS als Recruiting-Tools  und unterhalten und binden Sie mit spannenden Nachrichten (die nebenbei sogar automatisiert gehen könnten …) Ihre zukünftigen Mitarbeiter und Ihren Talentpool.

3.   NFC (Near Field Communications)

Was NFC ist, das wissen alle – nur nicht, dass es so heißt. Wir kennen es besonders aus dem öffentlichen Nahverkehr, aber es wird auch von Sparkassen für das Micropayment eingesetzt: Es ist die Funktechnik im näheren Umkreis, bisher hauptsächlich nur zur Bezahlung benützt, aber wird auch immer mehr im Eventmanagement erfolgreich übernommen und implementiert (hier Wikipedia dazu). NFC sorgt in Zukunft dafür, dass wir unsere Autos mit einem App per Smartphone öffnen und steuern können. Die Versuche dazu sind bereits weit voran geschritten und wenn wir an die Autoschlüssel ohne Schloss denken, die automatisch öffnen und Bluetooth Phones, die sich automatisch einwählen, ist dies nur noch ein kurzer Weg bis zur Umsetzung. Wie kann man dies nun für das Recruiting einsetzen? Schauen Sie selbst und stellen Sie sich vor, wie diese nachfolgenden Beispiele auf einer Konferenz in Shanghai Ihr zukünftiges Hochschul-Event oder Ihren Messestand zu einer Attraktion für Kandidaten werden lassen können:

NFC-based event marketing from Eddie Choi

4.   Augmented Reality 

Eine allgemeingültige Definition, was ‘Augmented Reality’ ist und nicht ist, gibt es noch nicht. Auch in der Augmented Reality sorgt der ‘Digital Change’ für fließende Übergänge. Deshalb gehen die Auffassungen etwas auseinander. Prospective Media hat hier eine gute Zusammenstellung der Definitionen gemacht: Oft wird Augmented Reality nur als Kombination von Bildern oder Videos mit computergenerierten Zusatzinformationen verstanden. Selbst wenn das ‘nur’ so ist: Augmented Reality im Mobile Recruiting ist somit der geschickte Einsatz von Videos und Bildern mit computerbasierten Details – eben mobiloptimiert. Zum Beispiel der Einsatz von QR Codes (siehe hier Punkt Nr. 7). Bei Prospektive finden Sie auch ein spannendes Recruiting Beispiel von BMW erläutert, in dem Augmented Reality eingesetzt wird. Auch im Recrutainment Blog finden Sie hier eine sehr gute Zusammenfassung mit Beispielen, dass Unternehmen sich bereits vereinzelt an diese neuen Talent Acquisition Möglichkeiten wagen.

5.   Location Based Marketing 

Der mobile Google Algorithmus hat sich vor ‘Mobile Geddon’, der letzten Algorithmen Anpassung, in der nicht mobile Websites negativ gerankt wurden, sogar zu 80 % von dem Google Algorithmus unterschieden. Diese Anpassung wurde auch mit unternommen, die beiden Such-Algorithmen (die Mobilen Suchen und Desktop Suchen) zusammenzuführen. Ein wesentlicher Unterschied des mobilen Algorithmus ist, dass er alles Lokale, also Orte in der Ergebnisanzeige in den Vordergrund stellt. Deshalb gehört zum erfolgreichen Mobile Recruiting der Zukunft und ist heute noch eine Geheimwaffe des Recruiting SEOs, die Suchbegriffe und Social Media Posts Lokal zu optimieren. Dazu gehört auch das Candidate Touchpoint Management so zu optimieren, dass Sie dann so posten, wenn Ihre potentiellen Kandidaten entweder am Desktop sitzen oder mobil surfen. Hier dazu ein guter Artikel der Social Recruiting Expertin Jessica Miller-Merrell (Blogging4Jobs)

6.   Mobil Paid Search

Logische Schlussfolgerung aus dem Fakt, dass die Mobile Google Suche anders als die am Desktop ist, ist auch, dass sie völlig andere Suchergebnisse angezeigt bekommen, je nachdem ob Sie mit dem Smartphone oder per Desktop suchen/googeln. Um Kandidaten Zielgruppen mobil per Online-Marketing zu erreichen, wird dieses Chance anderer Suchergebnisse noch kaum genützt, da sie nicht bekannt ist: Menschen googlen mit dem Smartphone anders, nützen andere Suchbegriffskombinationen  und auch der Algorithmus arbeitet anders. Mobil Paid Ads von Google stützen sich auf diese anderen Suchwort Kombinationen, ihre sonstigen Google Adword Kampagnen konnen sogar versagen, wenn Ihre Zielgruppe hauptsächlich per Smartphone unterwegs ist. Auch ein zweiter Punkt ist für den Mobile Recruiting Erfolg entscheident: Faktisch werden am Mobilgerät die Anzeigen anders angezeigt (Deshalb muss die Formatierung andere Regeln haben, weniger Text um ein Clickrate zu erhalten). Hier gibt es von mashable eine gute Erklärung, warum das anders ist und wie Sie das für das Marketing (und dann auch für das Personalmarketing) nützen können.

7.   OR Codes

Sind QR Codes ein alter Hut, der nicht funktioniert? Das Missverständnis ist nicht selten die Funktionsweise von QR Codes. Nur zu oft wird der Code als Statuszeichen von Media Agenturen empfohlen, die durch den Einsatz eines solchen Codes eine (Personal)Marketing-Maßnahme oder eine Website ‘digitalisiert’ aufhübschen. Das kommt in diesen Fällen einem Outing gleich. Denn es ist schnell erklärbar mit der Frage: Wie soll ein (potentieller) Kandidat, der eine Anzeige oder Website per Smartphone besucht, das er gerade benützt, den QR Code auf dieser Anzeige oder Website mit diesem Gerät abscannen? Geht nicht, er braucht ein zweites Gerät. Ebenso: Was nützt der Code auf einer Online Anzeige oder Website oder in einem Email-Anhang, wenn Mails, Anzeigen mehrheitlich per Smartphone geöffnet werden? Sie können diesen Code auch dann nicht mit dem gleichen Gerät abscannen, mit dem sie lesen. Oder noch deutlicher kann man das Missverständnis im nachfolgenden Beispiel erkennen, wo das Abscannen physisch einfach nicht geht  ( Hier noch sehr viel mehr NoGos)

Mobile Recruiting Beispiele - QR Code - Physikalisch unerreichbar

Dabei kann man den QR Code so, so einfach im Mobile Recruiting einsetzen. Er gewinnt, animiert, unterhält und lenkt direkt zur Information, die man weitergeben möchte. Zum Beispiel klug eine Personalmarketing Kampagne per QR Code mit der (mobiloptimierten) JobAnzeige verlinken – ein Click und Sie haben Ihre Kandidaten da, wo Sie sie haben wollen. L’Espresso aus Italien zeigt wie es geht:

Fazit:

Mobile Recruiting steckt keineswegs in den Kinderschuhen oder ist etwas, was HR innovativ neu installieren oder einführen muss. Es ist auch nicht einfach nur einmal eine mobil optimierte Website erstellen lassen. Es kann viel mehr und ist im Grunde eine Modernisierung der existieren Recruiting Methoden bzw. deren Anreicherung und Anpassung an die Möglichkeiten und Chancen die mobile Geräte und besonders das ‘Zweithirn’ Smartphone bieten.

Allerdings wie schon dieser Begriff ‘Zweithirn’ zeigt: Es ist eine logische Schlussfolgerung, dass Unternehmen, die diese Gelegenheiten nicht nützen, Chancen im Recruiting auslassen. Mobile Recruiting ist ein Muss für erfolgreiche HR und ein zielorientiertes Recruiting – aber niemand muss ‘Mobile Recruiting’ ganzheitlich einführen, da es so vielfältig ist. Mobile Recruiting ist ein Upgrade einzelner bestehender Social Recruiting Maßnahmen, Methoden oder Prozesse – dort, wo es passt und Sinn macht.

Happy Recruiting!

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