Recruitment ist alles andere als langweilig. Aber manches Mal gibt es Situationen, da wünscht sich jeder Recruiter, es wäre anders. Besonders dann, wenn’s wieder Mal zu sehr menschelt (die eigene Person eingeschlossen). Recruiter müssen ununterbrochen für andere da sein, vermitteln zwischen Menschen, Menschen und Maschinen, Menschen und Systemen – und dabei kann es dann schon auch zu extremen Situationen kommen, in denen ein Recruiter oder eine Recruiterin alle emotionalen Höhen und Tiefen durchlaufen müssen. Erstaunlich ist, dass gerade die Albtraumsituationen nur endlich variabel sind. Sie wiederholen sich immer wieder – ohne uns Recruitern wirklich die Möglichkeit zu geben, diese zu ändern.

Recruiter: Ein WIFI menschlicher Probleme

Um die Prozesse am Laufen zu halten, entwickeln alle erfolgreichen Recruiter eine seismographische Sensibilität und außerirdische Geschwindigkeit, um sich auf diese Probleme schon in der Entstehung auszurichten: Wie ein Wifi ist der Recruiter im Grund 24/7 damit beschäftigt, möglichst alles im Keim zu ersticken, was zu einem Albtraum werden kann. Anders geht es nicht: pro Projekt bis zu 200 Bewerber und ebenso im Schnitt pro Stelle 25 aktive Kandidaten, manches Mal bis zu 20 Projekte parallel (200 x 20 = 4000 Kontakte und parallel 500 Key-Kandidaten), die Fachbereiche, Dienstleister, Mitarbeiter, Kollegen. Und alle haben einen eigenen Kopf und verschiedene Vorstellungen, alles und alle müssen parallel orchestriert werden, und bitte wertschätzend. Und dann kommt nun auch noch diese Digitalisierung mit der Vielzahl der modernen Tools und Technologien dazu, die leider das Tempo nochmals akzelleriert. Insgesamt ein sehr guter Nährboden für Fehlerteufel.

Persönliche Distanz hilft – auch im Recruitment

Recruitment Weisheiten - Beispielbild der BahnUnd trotz aller Dirigenten-Kunst schlägt Murphy immer wieder zu: Mediation ist eben nicht immer möglich. Und so passiert es selbst den Profi-Recruitern, dass sie bei allem Können und allen guten Vorsätzen doch zu spät kommen, etwas übersehen oder vernachlässigen. Solche extremen Geschichten gehören zum Erfahrungsschatz aller Recruiter und sind nicht (immer) vermeidbar – alleine persönliche Distanz hilft, dass man danach nicht wie links in der Werbung der Deutschen Bahn von 2002 nachhause fährt und das Lenkrad leiden muss.

Kurz und gut: Fast überall auf der Welt klagen Recruiter über die gleichen Schwierigkeiten – und diese kann man übersichtlich zusammenfassen. Dabei ist es gar nicht schwer, diese Storys sogar in 6 Worten zu erzählen.

Hier kommen 30 Recruitment Grusel-Erlebnisse in 6 Worten:

  1. Kann ich über das Angebot nachdenken?
  2. Ich werde Sie gleich zurückrufen – versprochen.
  3. Ich habe ein zweites Job-Angebot erhalten.
  4. Ich hätte aber bessere Kandidaten erwartet …
  5. Wo kommen jetzt die Gehaltsvorstellungen her?
  6. Mein bester Endkandidat ruft nicht zurück.
  7. Finden, Überzeugen, Vorstellen, Vertragsverhandlung, Unterschrift – Gegenangebot
  8. Ich bespreche es mit meiner Frau.
  9. Der Betriebsrat hat der Einstellung widersprochen.
  10. Beim Lieblingskunden – der Endkandidat kommt nicht.
  11. Geplacter Kandidat ruft eine Woche nach Start an.
  12. Neuer Mitarbeiter kündigt am letzten Probezeittag.
  13. Plötzlich taucht ein interner Kandidat auf.
  14. Der Kunde will die Longliste besprechen.
  15. Die Projektabrechnung gemacht – die Nebenkosten vergessen.
  16. HR möchte noch einen Persönlichkeitstest machen.
  17. Wir vergeben Projekte nur auf Erfolg!
  18. Ich kann mein Haus nicht verkaufen …
  19. Was bieten Sie für Ihr Honorar?
  20. Der Fachbereich hat eine neue Stellenbeschreibung
  21. Wir haben die Besetzung auf pending gesetzt.
  22. Top-Kandidat. Haben Sie noch so einen?
  23. Die Zentrale hat einen Hiring-Freeze angeordnet.
  24. Den Auftrag bearbeiten bereits 6 Personaldienstleister.
  25. Unser HR-Manager will keine Xing-Kandidaten.
  26. Social Media Nachrichten sind nicht unser Niveau.
  27. Der Kandidat hat aber einen CV-Tippfehler…
  28. Wieso dauert das alles so lang?
  29. Ich habe selbst eine Referenz eingeholt …
  30. Wir bekommen eine neue Personaldatenverwaltung.

Fazit:

Es lassen sich die Glaubensätze und das Erleben von Recruitern sehr gut in kurzen Statements zusammenfassen (hier mehr)- das Phänomen ist international und hat, wei man sieht keine kulturelle Einschränkung. Also gibt es doch sehr über Verhaltensmodelle und -probleme Auskunft. Man kann es mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen.

Die Idee zu diesem Blogpost kommt von Greg Savage (hier). Er hat noch andere Vorschläge für Gänsehaut-Aussagen. Was ist mit Ihnen – kennen Sie auch noch weitere 6-Worte-Aussagen, die uns Recruitern Schnappatmung verursachen oder gar das Blut in den Adern gefrieren lassen?

HAPPY RECRUITING!

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