Recruiting Trends beschäftigen nicht nur die Bloggerszene. Fast ganzjährig werden, sogar zum Teil weltweit, Befragungen mit Personalverantwortlichen und Branchenexperten aus verschiedenen Industrien durchgeführt und veröffentlicht. In diesem Blogpost erhalten Sie eine Übersicht über die in den letzten Wochen veröffentlichten, wichtigsten Trends und Prognosen, die die Recruitingpraxis 2017 beeinflussen werden. Wir haben Ihnen dazu die wichtigsten Aussagen, Beiträge und Studien aus dem deutsch- als auch dem englischsprachigen Raum zusammengefaßt. Sie finden auch eine (klickfähige) Linkliste am Ende dieses Blogposts.

Wichtige, bleibende Recruiting Trends im Überblick

1. Algorithmen, Roboter und AI

Nahezu keiner der Analysen für Recruiting Trends kommt ohne Künstliche Intelligenz, Automatisierung und Algorithmen aus. Doch werden die Trends nun konkreter: Während 2016 alles über den Arbeitsplatzverlust durch Roboter gesprochen hat, konzentrieren sich nun die Voraussagen vor allem auf Tools und Software, die die Arbeit in der Personalbeschaffung erleichtern. Neu ist beispielsweise Matchingsoftware; Kandidaten aus dem eigenen System oder ehemalige Bewerber werden so zum passenden Stellenangebot ‚gematcht’. Gleichzeitig halten die Algorithmen in die Kommunikation mit Kandidaten Einzug: Die Chatbots werden die Kommunikation zum Beispiel in der Bewerbungsphase unterstützen.

2. Active Sourcing

Bereits in 2016 konnten wir beobachten, dass Unternehmen zusätzlich zum Schalten von Anzeigen, auch proaktiv im Web auf Kandidaten zugehen. In diesem Jahr können wir mit steigenden Ausgaben für Software, die bei der Suche nach passenden Kandidaten hilft (z. B. XING TalentManager) sowie der Professionalisierung des Active Sourcing rechnen. Dies äußert sich einerseits in der zunehmenden Bereitschaft zu lernen und sich zu verändern, andererseits wird in Stellenbeschreibungen sichtbar, dass Unternehmen gezielt Social Recruiter bzw. Experten für Active Sourcing einstellen.

3. Diversity

Vor allem in den Beiträgen aus UK oder den USA spielt Diversity, also das Fördern einer vielfältigen Belegschaft eine zentrale Rolle in den Aussichten für das Recruiting. Waren es in den vergangenen Jahren eher rechtliche Anforderungen, die Unternehmen befolgen mussten, zeigen sich nun auch freiwillige Anstrengungen, zum Beispiel mit Blick auf die Einforderung anonymer Bewerbungen und der Weiterentwicklung von unterstützender Software, die Vorurteile gegenüber Herkunft, Alter etc. im Recruitingprozess einschränkt.

Welche neuen Recruiting Trends werden in 2017 wichtig (Zusammenfassung)?

4. Unternehmenskultur & Arbeitsplatzattraktivität:

Es sind weniger die exotischen Benefits (wie die Akzeptanz für den eigenen Hund im Büro), die einen Arbeitsplatz attraktiv machen. Der Digital Change, der uns im Eiltempo erfasst, macht es schwer, Schritt zu halten. Mitarbeiter sehnen sich daher zunehmend nach Sicherheit und Stabilität. Gefragter werden ein individueller Ansatz und offene Diskussionen zu Karriereperspektiven noch im Recruitingprozess. Und auch die kulturelle Passung von Unternehmen und Kandidat, der Cultural Fit wird wichtiger (hierzu hat metaHR ein eigenes Tool entwickelt). Es sind vor allem Millenials, die zeitliche und räumliche Flexibilisierung als selbstverständlich betrachten.

5. Analytics & People Science

Ein weiterer Recruiting Trend ist der Einsatz von Big Data in der Personalgewinnung. Tools helfen dabei, Muster zu erkennen und können so bei der Auswahl eines geeigneten Recruitingkanal unterstützen. Verlässliche Auswertungen in Real Time werden immer mehr Studien ersetzen. Denn diese Vergangenheits-basierenden Zusammenfassungen funktionieren in einer disruptiven, digitalen Zukunft nicht mehr. Deshalb wird mehr in Technologien investiert, die zuverlässig unterstützen, was sich auch in den Ergebnissen in HR monetär ausdrückt. Damit wird die strategische Bedeutung der Personalabteilung aufgewertet. Aber ein neues Thema rückt in parallel den Mittelpunkt: Datensicherheit, Persönlichkeitsrechte und Datenschutz.

6. Talent Relationship

In den Recruiting Trends ist häufig die Rede von Talent Rediscovery. Es geht darum, mit ehemaligen, aussichtreichen Bewerbern und Kandidaten, die abgesagt haben, vernetzt zu bleiben. Eine hohe Qualität im Recruiting erreichen wir vor allem mit langfristigen Beziehungen. Ein guter Anfang kann eine persönliche, individuelle Nachricht sein. Persönlich-individuell ist unsere Kommunikation dann, wenn wir uns mit dem Profil, dem nächsten möglichen interessanten Schritt und der Industrie näher beschäftigt haben. Geeignete Technologie kann diesen wichtigen Trend unterstützen.

Eine zusammenfassende Linksammlung der wesentlichen Recruiting Trends und Prognosen aus D-A-CH:

  1. Henner Knabenreich fordert in der Kolumne Recruiting auf haufe.de unter dem Titel „Ausblick 2017: Und täglich grüßt das Murmeltier“ auf zu mehr Umdenken in HR. 
  1. Wolfgang Brickwedde im Gespräch mit Ralph Dannhäuser zu den ICR Recruiting Trends 2017: Kann Social Media Recruiting auch 2017 die Erwartungen erfüllen?. 
  1. Jo Diercks, der sich im Recrutainment Blog öfter mit AI (Artificial Intelligence) und Algorithmen beschäftigt, schaut auch auf die Top-Themen der ICR Befragung: Die „wahren“ Recruiting Trends. Wohin geht die Reise in 2017?. 
  1. Helge Weinberg fragt im Crosswater Job Guide acht deutsche HR-Blogger: „Was wird das Top-Thema in 2017 sein? HR-Blogger antworten“.
  1. Ob die One-Klick-Bewerbung schon in Unternehmen angekommen ist u. a. Thema in der Onlinebefragung der Kienbaum Communications und dem Staufenbiel Institut: Die fünf wichtigsten Recruiting-Trends 2017“. 
  1. Messen Unternehmen, woher ihre Bewerber kommen? Henrik Zaborowski wirft einen kritischen Blick auf die Kienbaum/Staufenbiel Studie in seinem Blogbeitrag Recruitingtrends 2017 mit Haken und Ösen“.
  1. Vor allem die Weiterentwicklung des technikgestützten Recruiting geht als Ergebnis aus dem Recruiting Report 2017 hervor, eine Befragung des Magazins personalmanager zusammen mit HRM.at, HRM.de und HRM.ch. Sonja Dietz fasst zusammen: Recruiting Report 2017: Die Trends von Robot Recruiting bis Gamification“.
  1. Inspiriert von den großen Sourcing Events in Silicon Valley (SourceCon Anaheim) und Amsterdam (SoSu) blickt die österreichische Personalberatung epunkt in das nächste Jahr: Das sind die Recruiting Trends 2017, 8 Trends, die Recruiter 2017 im Auge behalten sollten“.
  1. Im Blogbeitrag „HR & Recruiting Trends 2017: Gekommen, um zu bleiben? von karriere.at werden die Ergebnisse der LinkedIn Global Recruiting Trends in Form von fünf Prognosen skizziert.
  1. Mehr Kandidatenorientierung und Qualität im RecruitingExperteer befragte Headhunter nach den Entwicklungen für das neue Jahr: Recruiting Trends 2017: „Hochkarätige Bewerber von der Direktansprache genervt“. 


Unsere INTERNATIONALE Linksammlung der Recruiting Trends, Prognosen und Studien:

  1. In der Betrachtung von Glassdoor, einer Plattform für Arbeitgeber-Bewertungen, geht es auch darum, wie Jobs sich entwickeln sowie um Data Science im Recruiting: Looking Ahead: 5 Jobs Trends to Watch in 2017“.
  1. Im Entelo Recruiting Trends Report“, für den mehr als 700 Talent Acquisition Profis und Führungskräfte befragt wurden, werden steigende Ausgaben für Recruiting-technologien und Tools, um E-Mails zu tracken, vorausgesagt.
  1. Was treibt Veränderungen im Recruiting und wie darauf reagieren, ist Schwerpunkt im Onlinemagazin Rework mit dem Titel „The Top 3 Recruiting Trends of 2017”.
  1. Recruiting wird immer wichtiger für den Unternehmenserfolg, so das Ergebnis der umfassenden weltweiten Befragung durch LinkedIn: Global Recruiting Trends 2017“.
  1. John Sullivan sagt im Blog von 1-PageDas Jahr des Algorithmus’ voraus: „2017 Recruiting Trends: Welcome to “The Year of The Algorithm”.
  1. Karriereentwicklung und Coaching sind eng mit dem Recruiting verbunden, im Blog HR Dive blicken HR-Führungskräfte in das neue Jahr: „5 recruitment trends HR leaders are expecting in 2017“.
  1. Statements und Erwartungen von 54 Experten der HR-Branche, darunter Katrina Collier und Jim Stroud im Beitrag von Jobs2Careers: 5 Talent Acquisition Experts on Top Recruiting Trends for 2017“.
  1. Weitere Aussagen zu Trends in der Personalbeschaffung in UK hat der Undercoverrecruiter Blog gesammelt – natürlich beschäftigt das Thema Brexit und Wahlen, daneben aber auch Automation und verbesserte Beziehungen von Recruitern mit HR, dem Fachbereich und Kandidaten:13 Recruitment Trends You MUST Know for 2017“. 
  1. Im Beitrag von NetworkWorld werden Ergebnisse aus weitreichenden Befragungen von IT Führungskräften u. a. durch Robert Half Technology vorgestellt: 7 hiring trends for 2017“.
  1. Umfassender Überblick von Hays (Australia) in die Bereiche befristete und unbefristete Verträge, Technologie, Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften, Gehalt und Benefits: Recruitment trends for 2017: Your world of work questions answered“.

Fazit

Bewerbermanagementsoftware und Tools für das Finden passiver Kandidaten haben sich in den letzten Jahren in vielen Unternehmen bereits zu einem wichtigen Thema entwickelt bzw. sind bereits fest etabliert. Für Recruiting Prognosen in 2017 bedeutet dies, um Talente anzuziehen und zu gewinnen, rücken vor allem die persönliche Kommunikation und das Nutzen bereits bestehender Kontakte in den Vordergrund, um sich vom Wettbewerb abzuheben.

In diesem Zusammenhang können wir zunehmend beobachten, wie der moderne Recruiter mit wachsender digitaler Kompetenz und vielfältigen Talentnetzwerken den klassischen verwaltenden Recruiter ablöst. Zudem wird die rasante Entwicklung der Algorithmen verstärkt auch unsere Arbeitsprozesse im Recruiting beeinflussen.

Wir haben in unserem sehr beliebten Blogartikel aus dem letzten Jahr Die 7 zentralen Social Recruiting Trends 2016 den Ratschlag zusammengefasst, nicht jedem Social Recruiting Trend nachzujagen, sondern die echten praktischen Helfer zu identifizieren,die uns mehr Zeit für die wertschätzende Kommunikation mit Kandidaten geben. Diesen Ratschlag möchten wir heute wiederholen.

HAPPY RECRUITING!

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