Viele gehen davon aus, dass sich alles durch die ‚Digitale Transformation‘ bzw. den Digital Change komplett ändert und völlig neu wird. Auch unsere Beziehung zur Arbeit – und damit zum Arbeitserfolg. Doch wenn man die Zitate, die teilweise sogar mehr als 200 Jahre zurückliegen, aufmerksam liest, dann gibt uns das deutliche Denkimpulse. Nicht alles, was wir heute als ’neu‘ empfinden, ist wirklich neu: Unsere derzeitige Diskussion über Weiterentwicklung und die durch digitale Technik induzierte Evolution, könnte man auch als Fortsetzung sehen – zumindest teilweise. Wir sollten hier von unseren Vordenkern lernen – die uns praktische Lebensratschläge und weitsichtige Handlungsempfehlungen hinterlassen haben.

Ist die neue Arbeit #NewWork wirklich so neu?

Augenblicklich stellt sich die Frage: Ist jede Veränderung, ob Innovation oder Modernisierung, wirklich ‚Fortschritt‘? Oder sollte man genauer definieren, was ‚Fortschritt‘, vielleicht sogar für wen diese Veränderung wirklich Fortschritt ist? Die Industrialisierung war ein willkommene Weiterentwicklung für Unternehmer. Das ist sicherlich unwidersprochen. War sie das wirklich auch (wenn wir heute zurückblicken) für die Arbeiter, die durch die Zerlegung der Arbeit in unterschiedliche Arbeitsgänge und die zunehmende Automatisierung immer austauschbarer wurden? Stoppt die Digitalisierung diesen ‚Taylorismus‘ und ist auch für die Arbeit eine Verbesserung? Oder kleidet sie diesen arbeitsteiligen Ansatz nur in neue, sehr hübsche Designs, spielerisch-anmutende zusätzliche Devices und immer stärker User-optimierte Software-Oberflächen?

Fortschritt ist nicht automatisch weniger Arbeit

‚Personalisierung‘ heißt nicht, dass Computer jetzt selbst denken!

Viele sprechen mit ihrem Navigationssystem, genauer gesagt: Sie widersprechen der Stimme ihres Maschinen-Navigators – nicht nur durch Zuwiderhandlung der Anweisungen wie ‚in 100 Metern rechts abbiegen‘, sondern aktiv und laut. Mein Navigationssystem hat sogar einen Namen: Sie heißt Delphi, denn sie orakelt nur manches Mal richtig, sie kann ja auch nicht selbst denken. Softwareprogramme zeigen uns in Facebook Werbung zu Themen an, die wir vor 2 Wochen mit dem Smartphone gegoogelt haben.

In den USA gibt es bereits Websites, die durch Cookies in der Lage sind, dem User bei jedem Besuch eine andere, angepasste Seite mit personalisiertem Content anzuzeigen. Wir entwickeln uns von personalisierten Oberflächen zu individualisierten Anwendungen. Dabei verlassen wir uns immer mehr auf die Maschinen, nicht nur privat, sondern noch viel mehr während unserer Arbeit. Denn gerade dort erhoffen wir uns (siehe oben) Arbeitserleichterung durch die Technik. Wir beginnen zu vergessen: Dies alles sind nur Roboter bzw. Maschinen, die nicht selbstständig denken.

Computer denken nicht

Heißt Arbeiten 4.0, was technisch machbar ist, sollen wir umsetzen?

Leo Tolstoi lebte 1828 -1910 und machte die Beobachtung, dass Menschen gern jede Erfindung aufgreifen, von der sie meinen, dass sie ihre Arbeit erleichtert. Diese Aussage bzw. Frage hat nichts von ihrer Aktualität verloren: Sollen wir Menschen alles, was technisch machbar ist, umsetzen? Diese Frage klingt etwas rhetorisch, aber bei genauem Betrachten wird besonders für Unternehmen beim Thema Arbeit, das Thema ‚Innovation‘ mit ‚Digital Change‘ gleichgesetzt. Zugegeben, der Faszination der neuen, immer User-freundlicheren Oberflächen und design-orientierten Formen der Geräte ist schwer auszuweichen und zu entgehen.

Aber gleichzeitig halbieren oder vierteln sich die Halbwertzeiten dieser neuen Tools oft bis zur nächsten Generation – bei gleichzeitigem Preisverfall. Ständig müssen wir uns neuen Technologie-Anforderungen stellen, uns umorientieren, anpassen und viel Zeit damit verbringen, die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen. Es stellt sich besonders im Bereich der Arbeit die Frage, wer wem dient: Der Mensch der Technik oder die Technik dem Menschen? Und diese Frage kann man sowohl subjektiv wie objektiv beantworten: Ab wann ist etwas wirklich positives #NewWork oder #Arbeiten40?

Der schreckliche Aberglaube des Fortschritts

Hier also 25 Aphorismen von unseren Vordenkern – teilweise sogar aus anderen Jahrhunderten – die heute immer noch aktuell sind und uns wichtig Gedankenanstösse geben können. Zum Beispiel, dass wir nicht in allem das Rad neu erfinden müssen.

 Top 25 Zitate zu Arbeit und Erfolg – aus der Zeit vor NewWork und Arbeiten 4.0

 

VIEL SPASS BEIM GEDANKENTANKEN!