In den Nachrichtenströmen von Social Media wie auf Twitter aufzufallen wird immer schwerer. Kein Newsstream zeigt Ihnen mehr Nachrichten in ungefälschter Echtzeit an, sondern alle werden anhand Ihrer Interessen, Ihres Netzwerkes, der technischen Möglichkeiten und vieler anderer Variablen von den Algorithmen berechnet. Um Talente direkt zu reichen, und erfordert es sehr kluge Talent Acquisitions Strategien, auch und gerade an den mobilen Endgeräten. Wie schnell ist doch eine Nachricht, ein Post oder Tweet und sogar ein Email am Smartphone weiter’gewischt‘ – und damit weg.

Talent Engagement ist ein Kernziel des Mobile Recruiting

Das Mobiltelefon wird persönlicher wahrgenommen – es wird immer mehr zum ‚Extented Self‘ und ist mehr als nur Statussymbol oder Tool. Es erfordert somit eine andere Kommunikation als der Austausch via Desktop, der (meist) mehr Distanz zur Personen hat und für die Mehrheit ’nur Tool‘ ist.

Diese Möglichkeit Ihre Talente so direkt und persönlich zu erreichen, ist die Kern-Chance des Mobile Recruitings und übertrifft alle bisherigen (Online-)Möglichkeiten der Talent Acquisition.

Die 3 Schritte zur erfolgreichen Talent Acquisition

Doch um Talente zu erreichen, reicht es heute nicht mehr, nur im Nachrichtenstrom aufzufallen, es erfordert einen zweiten Schritt: Diese Aufmerksamkeit in Interesse wandeln und Ihre Leser binden. Und dann sogar einen dritten Schritt, dass Sie es schaffen, Ihre Talente zu einer (und besser der gewollten) Aktivität zu motivieren, wie zum Beispiel: klicken oder schreiben.

1. Schritt: Aufmerksamkeit erreichen und 

2. Schritt: Das Interesse wecken (Talent Attraction)

3. Schritt: Aktivitäten initiieren wie Kommunikation, Klicken, Retweeten oder Schreiben (Talent Acquisition)

Wie kann man Talente mit Twitter aktivieren?

Die Möglichkeit, Twitter Nachrichten nur mit 140 Zeichen zu schreiben, sind geradezu für das Mobile Recruiting geschaffen. Die meisten schreiben ungern längere Texte an mobilen Geräten – was angesichts der fehlenden Tastatur auch etwas schwieriger ist. Und viele lesen auch oft nicht gern lange Texte am mobilen Device. Twitter ist schnell, kurz, bequem – direkt und ein Gemisch zwischen persönlich und beruflich:

1.   80% nutzen Twitter mobil 

Es schon mal gut zu wissen, dass 80% aller Twitternutzer (aktive und passiv in diesem Fall zusammengefasst) Twitter mobil nutzen. Dazu gilt: Die große Mehrheit der Twitterer twittern nicht selbst und noch weniger produzieren sie ‚Content‘ – Twitter ist beliebt, um einfach nur mitzulesen und sich zu informieren.

Infografik: 80% nutzen Twitter mobil | Statista

QUELLE: Statista

2.   Innerhalb von 92 Minuten ist die der optimale Zeitraum, auf einen Tweet zu antworten

Das sind nur 1,5 Stunden. Dies ist ein Hinweis auf die Zeitspanne, wie lange ein Tweet aktuell ist und gelesen wird. Und zeugt von der Kurzlebigkeit eines Tweets, aber auch von der Notwendigkeit zu wiederholen, um überhaupt schon Schritt 1. zu erreichen: Aufmerksamkeit.

3.   21 % der männlichen Twitterer reagieren eher auf Unternehmens-Tweets

Das sind gute Nachrichten für Firmen-Twitter Accounts: Sie haben damit größere Chancen – vorausgesetzt sie machen sonst alles richtig – von männlichen Kandidaten Antworten zu erhalten oder in Interaktion zu treten.

4.   Die optimale Platzierung des Links ist nach 45 %, also nach rund 60 Zeichen

Dies ist eine Faustregel für Mobiltelefone. Wie Sie im nachfolgenden Bild sehen, ist der Zeilenumbruch dann exakt im Lesebereich links und dies ist genau die Position, in der die meisten Menschen auch beim Eyetracking hinsehen – und damit auch klicken.

5.   Positive Icons erhöhen die Engagement Rate um 67 %

Twitter hat die Zahl der möglichen Twitter Icons und Smileys stark erhöht und seitdem sind Tweets auch ohne Bilder bunter – und damit auffälliger. Auf eine angenehme, nette Weise, wenn Sie die Icons geschickt platzieren. Denn sie emotionalisieren und stehen für persönliche Kommunikation und werden, wie Sie an der Zahl 67 % sehen auch so wahrgenommen.

6.   Tweets mit einer Bewertung und Ausrufezeichen bzw. Fragezeichen engagieren zu 27% 

Ein Kunststück im Social Media Engagement ist die ‚Handlungsaufforderung‘ oder in englisch der ‚Call-to-action‘ (Abkürzung: CTA). Menschen antworten genau so gern auf persönlich an sie gerichtete (oder so empfundene) Fragen wie sie es lieben, zu widersprechen. Beides eine g

ute Möglichkeit (auch in Mischform) in Interaktion zu treten.

7.   CTA’s mit Aufforderung zum Link-Klicken in der ersten Antwort sind Killer: Engagement sinkt um 19 %

Jeder kennt das Gefühl, wenn man zu plump manipuliert wird. Und auf mobilem Twitter sind oft die gleichen Formulierungen, die auf Landing Pages Erfolge zeigen, nicht nur wirkungslos, sondern erzeugen das Gegenteil. Sie sind distanzlos – eine wichtige Information zu Mobile Recruiting: Immer diese Distanz einhalten, die das Gerät der Kommunikation nimmt und beim Desktop gegeben ist.

8.   Hashtags steigern das Enagement um 15 % 

Jedes Social Media Portal hat seine eigenen Regeln – geschriebene, wie ungeschriebene – auch in der Kommunikation. Hashtags selbst sollte man immer vorsichtig einsetzen – zu viele werden als unangenehme empfunden. Die Faustregel lautet nicht mehr als zwei Hashtags pro Tweet zu nützen. Aber kein Hashtag ist nicht klug, denn ist ein Hashtag vorhanden, werden dadurch 15 % der Tweet Leser aktiviert, etwas zu tun (klicken, antworten, retweeten usw.) .

9.   Antworten mit persönliche Ansprache steigert die weitere Aktivität um 20 % 

Twitter ist ein Mix zwischen beruflich und privat – Account, die nur Persönliches twittern wie auf Facebook werden vermieden und entfolgt, Accounts die nur Marketing betreiben oder nur Stellenanzeigen verteilen ebenso. Die goldene Mitte ist ein breiter, bunter Mix und erfordert, dass man sich auch höflich bedankt oder jemanden etwas Nettes wünscht. Genau diese persönliche Ansprache bindet und engagiert.

10.   Twitter Personalmarketing funktioniert, bekommt aber neue Regeln

Mobile Recruiting ohne Twitter? Geht gar nicht! 10 Fakten [Infographic]

29 % klicken auch mobil eher auf das Wort ‚Klicken‘ oder englisch ‚Click‘ als auf ‚Finden‘ bzw. ‚Find‘. Damit ist das mobile Verhalten hier analog dem Desktop verhalten, das ähnliche Zahlen und Reaktionen zum Beispiel bei Landing Pages zeigt. Doch Online-Shops fahren gut mit dem ‚Find‘ am Desktop – hier versagt der mobile Einsatz des CTA’s . Ein direktes ‚Hier Bewerben‘ funktioniert schon am Desktop immer weniger, es wird spannend, welcher CTA sich bei Bewerbern durchsetzen wird.

 

Fazit:

Es gibt Elemente des Mobile Recruitings die für jede Zielgruppe passen und damit Bestandteil einer erfolgreichen HR- und Recruiting Strategie sein müssen.  Arbeitgeber müssen heute aufpassen: Es gibt nicht die Möglichkeit KEINE Mobile Recruiting Strategie zu haben, denn Sie haben immer eine, dann eben eine schlechte: ca. 80 % der Kandidaten googlen während ihres Bewerbungsverfahren (hier mehr zu Candidate Behavior Studie für Deutschland – Carreer Builder) und benützen ihr Smartphone um ins Internet zu gehen. Ganz zu schweigen, dass die große Mehrheit der Smartphone-Besitzer ihre Mails mit dem Smartphone lesen.

Happy Recruiting!

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