Viele – nicht nur Recruiter – denken noch in der 1990-Welt: Suchmaschinenoptimierung ist der Job der Marketing Leute, Media Agenturen und Social Media Experten. Das ist schon lange ein Irrglaube und für diejenigen, die gute Talent Acquisition oder erfolgreiches Personalmarketing betreiben wollen, ein massiver Fehler mit großer Selbstsabotagewirkung. Denn es gibt schon lange nicht mehr nur den Teil der Suchmaschinenoptimierung, der einmal technisch per Keywords auf eine Website hinterlegt wird, sondern auch den  ‘organischen Teil’: Den Einfluss, den Online-Interaktionen mit realen Menschen auf die Auffindbarkeit Ihrer Website hat.

Woher kommen diese Mythen zur Suchmaschinenoptimierung?

Im Grund gibt es kaum Experten zur Suchmaschinenoptimierung – wie soll das auch gehen, wenn Google & Co. ein Geheimnis zu ihrem jeweiligen, genauen Kochrezept und der Wirkungsweisen Ihrer Algorithmen machen sowie diese ununterbrochen verändern. Obendrein: Die neuen Semantischen Technologien sorgen dafür, dass dieses System ein ‘lernendes System’ geworden ist. Das heißt, dass jeder, der googelt, die Ergebnisse der anderen Googlenden beeinflusst. Das Problem liegt im Ziel einer (heute semantischen) Suchmaschine: Sie möchte immer irgendwie ähnliche Ergebnisse bringen – und wurde genau dafür geschrieben. Also denken viele: Ich bin gut ‘im Googlen’, weil das, was da steht, dem was ich finden will, ähnlich sieht. Und nur die Ehrgeizigen kommen auf die Idee: ‘Irgendwie schon sehr komisch, dass es immer nur ähnlich, aber nie genau das ist, was ich sehen will’.

Suchmaschinenwissen gehört heute zum Web-Grundwissen

Leider gibt es viele selbsternannte Social Media Marketing Experten oder gar Suchmaschinen Experten, die wildeste Thesen aufstellen und wiederholen. Leider sogar sehr laut und mit überraschend hoher Selbstsicherheit – denn deren Thesen sind durch nichts zu beweisen. Und weil so viel mystifiziert, aufgebauscht und vernebelt wird, glauben Menschen nur zu gern, das was die Mehrheit ‘denkt’. Aber eine Mehrheit ist immer nur so gut, wie die einzelnen dieser Gruppe. Je mehr sich mit der Wahrheit und den Fakten auseinandersetzen, um so mehr kann der einzelne von dieser ‘Schwarmintelligenz’ profitieren. Wichtig ist der Wille zur Reflektion und das Bewußtsein, dass Suchmaschinenoptimierung ein wichtiger Teil des Suchmaschinenwissens ist, ohne das heute keiner mehr online erfolgreich agieren kann.

 

Grundlagen Wissen zur Suchmaschinenoptimierung (nicht nur) für Recruiter

1.) Die Mehrheit aller Online-Aktionen beginnen mit einer Suchmaschine. Wenn wir davon aus gehen, dass dies in der Regel Google ist, dann sollte jeder konstant darauf achten, dass das, was da gefunden wird, auch mit dem übereinstimmt, was dem Ziel entspricht, das man erreichen möchte. Recruiter möchten, dass ihre Stellenanzeige gefunden wird, ihr Unternehmen attraktiv wirkt und sollten ebenso darauf achten, dass Sie selbst ansprechende Profile haben (Recruiter Branding). Zusätzlich ist es heute ein Fakt, dass Kandidaten den Recruiter oder das Unternehmen mindestens einmal im Bewerbungsprozess googeln. Und das sollte so optimal sein, dass es den Kandidaten sofort überzeugt. Denn Menschen nehmen sich (im Schnitt) immer weniger Zeit für einzelne Beiträge, deshalb sinkt die Aufmerksamkeitsrate konstant.

 

2.) Es geht schon lange nicht mehr einfach um Keywords. Es geht um Suchbegriffe, genauer gesagt um Wortkombinationen. Lebensläufe auf Websites heißen nicht mehr ‘Lebenslauf’. Sie tragen Titel wie ‘about me’ oder ‘Über mich’ oder ‘Mein Leben’ oder ‘Mein Curriculum Vitae’.  Die Semantik eines Algorithmus ist entscheidend, ob Ihre Anzeige gefunden wird. Jeder Recruiter muss sich heute mit der Wirkung dieser semantischen Technologien auseinandersetzen. Wie beim Autofahren: Sie müssen keinen Motor reparieren können, aber Sie sollten in einen Benziner keinen Diesel tanken – wenn Sie ihre Stellenanzeige nur visuell optimieren, haben sie nicht mal die halbe Miete zur Suchmaschinenoptimierung gemacht. Sie müssen eine Anzeige auch vom Text optimieren, für die unerschiedlichen Online-Portale optimieren (und verändern) und dann vor allem: In ihrem Netzwerk verbreiten.

 

3.) Folglich geht es nicht mehr nur um die On-Page Optimierung, d.h. die ‘einmal optimierte (responsive) Website’. Natürlich ist diese mobil optimierte = responsive Website wichtig und heute state-of-the-art. Wenn Sie folglich keine Website haben, die an mobilen Geräten gut lesbar ist, wird Ihre Website heute vom Google Algorithmus abgestuft (das nennt man ‘Mobilgeddon’). Wenn Sie es aber besser machen wollen, als die anderen, müssen Sie darauf achten, dass es neben der responsive Optimierung Ihrer Website auch um den richtigen ‘Kontext’ geht. Also die Verbindung = Verlinkung Ihrer Website zu anderen Websites und auch zu Social Media Portalen. Diese Möchtegern-Experten mit dem Slogan ‘Wir bringen Sie auf die 1. Seite auf Google’ haben sich schon mit diesem Satz geoutet, denn es geht heut nur noch aktiv erfolgreich: Sie bringen sich selbst durch das Posten, Teilen und Twittern Ihres Contents auf die gewünschte Seite 1 bei Google – nicht die einmal passive optimierte Seite.

4.) Wobei wir beim nächsten Punkt sind: die zentrale Rolle von Social Media: Bezüglich der Social Media Portale geht es mehr um die aktive Kommunikation mit den Usern und den verlinkten Interaktionsspuren. Alles in Social Media geht um Kommunikation – also Frage, Antwort, Kommentieren und um Gespräche. Es geht nicht um Broadcasten, nicht mal mehr um die Sicherstellung, dass Ihre Nachricht angekommen ist – das ist heute schon zu wenig. Wußten Sie, dass Google Websites mit Links von retweetete Tweets von und zu dieser Website besonders hochrankt? Sehen Sie, das genau ändert sich ständig und belohnt Ihre systematische Social Recruiting Aktivität. Denn nicht Ihr gut getexteter Tweet ist wichtig, sondern der, den andere sowohl gut finden, als auch teilen (‘teilen’ heißt auf Twitter ‘retweeten’).

5.) Ihr Wettbewerb schläft nicht. Schlimmer wahrscheinlich hat es entweder ein Social Recruiting Team beschäftigt, das aktiv durc

h gezieltes Content Marketing (hier mehr dazu) der Punkte 1.) bis 4.) systematisch bearbeitet und betreibt oder Mitarbeiter, die so begeistert sind, dass sie wie ein Social Recruiting Team, den Content verbreiten und zusammenarbeiten. Erfolgreiches, praktisches Social Recruiting geht nicht ohne gutes Suchmaschinen(optimierungs)wissen. als das Wissen, wie man seinen Content auch mit Hilfe von begeisterten, überzeugten Empfehlern, Followern und Freunden in Suchmaschinen platziert.

6.) Wie schon oben erwähnt: Google wird jeden Tag selbst klüger. Semantische Algorithmen sind lernende Systeme, jeder der sie benützt, beeinflusst durch seine Suche das angezeigte Ergebnis der anderen. Und auch Googles Mitarbeiter arbeiten ununterbrochen an den Algorithmen und monitoren die gewünschten Ergebnisse. Um sein Wissen up-to-date zu halten, muss man den wirklichen Experten folgen. Sie geben Hinweise, wann und wie die wahren Changes stattfinden und welche Wirkungen diese haben. Aber auch sie äußern nur Meinungen, doch liegen sie fast immer nahe an der Realität und können ihre Aussagen immer erklären und anhand von Tests beweisen.

7.) Content Marketing ist die Zukunft – Ihre Reputation ist das, was man über Sie im Web findet. Und besser und einfacher: Sie sind diejenigen, die diese Reputation selbst erschaffen – und dazu brauchen Sie Informationen- Content, den Sie teilen können. (siehe auch Blogartikel: Was ist gutes Content Marketing für Recruiter) – Übertroffen wird Content Marketing noch durch die neue, erweiterte Disziplin Inbound Marketing. Dieses versucht sowohl Content für Suchmaschinen – also auch für reale Leser/Menschen zu optimieren bzw. besser: zu maximieren. Dieser Blog ist ein Inbound Marketing Blog und auch dieser Blogartikel ist für beides für Sie als Leser als auch für Suchmaschinen optimiert.

8.) Sie sind nicht allein mit dem Problem, Ihre Informationen mit gutem Marketing zu Ihren Kandidaten zu transportieren. Zwar schläft der Wettbewerb nicht, aber Sie können auch selbst die Macht der sozialen Interaktionen nützen und sich gegenseitig helfen. Denn letztlich ist es ein geschlossenes System und ermöglicht so, dieses Netz tragfähiger Interaktionen aufbauen und zu pflegen. Einerseits durch ihre eigenen ‘Spezialisten’ – also Ihre Mitarbeiter. Aber sie können sich auch zu einem Netzwerk zusammenschließen und ein eigenes Empfehlernetz aufbauen. Alleine durch systematisches Twittern mit Ihrem Twitterfollowerkreis können Sie z.B. Ihre Anzeigen nach dem Prinzip ‘Tweets haben Beine’ (Tweets werden gern aus Twitter heraus in andere soziale Netzwerke wie Facebook oder XING weitergeleitet) geschickt verteilen.

8 Grundlagen Fakten zu SEO Suchmaschinenoptimierung

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Der Erfolg Ihrer Personalmarketing und Ihrer Talent Acquisitions-Bemühungen hängt also von Ihren Recruiting-Suchmaschinenoptimierungen (kurz: Ihrem Recruiting-SEO) ab. Deshalb sollten Sie sich mehr mit dem Thema Suchmaschinen auseinandersetzen und diese nicht mehr als Black Box oder etwas betrachten, was Ihre Media Agentur für Sie macht. Es ist wie beim Autofahren: Sie tanken vielleicht das falsche Benzin und ruinieren so auf Dauer den Motor Ihres Talent Acquisitions-Systems und im schlimmsten Fall auf Dauer Ihr Personalmarketing und Ihr Employer Branding gleich mit. Denn: Sie brauchen ewig, bis Sie eine gute Reputation aufbauen – aber sie ist in einer Sekunde zerstört. Und im Web geht es in Zukunft noch viel mehr um eine gute Reputation – die wie wir gerade gelernt haben, zuerst einmal von Ihren Kandidaten gegoogelt wird.

HAPPY RECRUITING!

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