Die Top 3 Recruiting-SEO Tipps: So werden Sie von Kandidaten besser gefunden!

Barbara Braehmer
12. November 2015
ADVANCED
BEGINNERS
PROFIS

Erfolgreiche Social Recruiter wissen, dass Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Personalmarketing in Social Media nicht mehr getrennt werden können. Denn ihr Ziel ist, daß die Qualität der Suchergebnisse ihrer (potentiellen) Kandidaten dem Ziel Ihres Employer Brandings und Ihrer Talent Acquisition entspricht. Sie möchten folglich, daß ihr Unternehmen nicht nur unter seinem Namen, sondern auch zu bestimmten Suchbegriffen gefunden wird, die sie selbst bestimmen.

Recruiting-SEO ist professionelle Talent Acquisition

Viele verwechseln Marketing mit Werbung und denken, wenn sie die Frequenz ihrer (Job) Postings in Social Media steigern, dann ist dies Social Media Marketing. Doch Googles Algorithmus wertet das nicht so. Für Google und alle Suchmaschinen ist Marketing die Interaktion und Kommunikation mit Usern. Deshalb gilt: Nur wenn Sie Social Media Marketing als Interaktion sehen, dann können Sie gute Recruiting-SEO Arbeit machen. Dazu sollten Sie beginnen, die Gemeinsamkeiten von Social Media Marketing und Recruiting-SEO zu sehen und zu verstehen, wie soziale Medien sich direkt und indirekt auf Ihre Positionierung in Suchmaschinen bzw. Suchergebnisse auswirken.

  • Ein Fokus auf ‚Inhalt‘ / Content: Jeder hat bezüglich SEO schon davon gehört: ‚Content ist King‘. Aber das Gleiche gilt ebenso für Ihr Social Media Marketing. Wenn die Menschen die Inhalte Ihrer Website nicht mögen, werden Sie sich Ihrer Marke auch nicht verbunden fühlen. Und wenn diese Leute das nicht mögen, was Sie in Social Media tweeten oder posten, werden Sie es auch nicht teilen, aber auch nicht mit Ihnen in Interaktion treten und Sie dadurch unterstützen.
  • Inbound-Techniken: Erfolgreiches Social Media Personal-Marketing und Recruiting-SEO sind beides sogenannte Inbound-Techniken. Beide basieren darauf, dass Sie sich bei Ihrem Publikum Zug-um-Zug Ihr Vertrauen verdienen, anstatt sie ständig und plakativ mit Werbung über Ihr Unternehmen und Ihrer offenen Stellen zu konfrontieren.
  • Sharing ist der Schlüssel:  Links von anderen Websites (Inbound-Links) haben seit Jahren die stärksten Ranking-Faktoren. Aber: Statische Inbound-Links verlieren an Bedeutung zu Gunsten von Social Media Sharing Links. Es gibt also eine zweite Säule Ihrer Suchmaschinen-Optimierung: Google bevorzugt Inhalte, die von anderen, ganz besonders ‚wichtigen‘ Personen (Influencern) geteilt wurden.
  • Autorität und Einfluss: SEO und Social Media Marketing sind die Haupt-Einflussfaktoren auf Ihre ‚Social Media Autorität‘. Die meisten der Top-Webseiten, die in wettbewerbsintensiven Branchen hoch gerankt sind, werden als ‚Autoritäten‘ betrachtet. In anderen Worten: Top Brands haben meist Top-Autorität. Gutes SEO sowie gutes Social Media Marketing gehört zu gutem Employer Branding und ist eine zentraler Bestandteil Ihrer modernen Talent Acquisition.

Erfolgreiches Personalmarketing 2.0 geht nicht (mehr) ohne Recruiting-SEO

Recruiting-SEO - MOZ für Social Recruiter Einfluss auf Google Algorithmus

Schauen wir uns das anhand der Top-Suchergebnis Ranking Faktoren von Moz an: Fast jeder dieser Faktoren hat einen äquivalentes Gegenstück in Social Media:

  • Domain & Page Level Link Features (Domain & Eigenschaften der Links der Seitenebenen) = Äquivalent: Wenn Menschen Ihre Inhalte in Social Media teilen
  • Page-Level Keywords & Content Based Features (Keywords der Seitenebenen & Content basierte Funktionen) = Äquivalent: Keyword und Hashtag optimierte Social-Media-Beiträge
  • Page-Level Keyword-Agnostic (Keyword-Agnostik der Seitenebenen) = Äquivalent: SEO Optimierung Ihrer Social Media Profile bzw. ‚Bios‘ (Social Media Profile Ihrer Mitarbeiter) mit den Keywords  und Suchbegriffskombinationen Ihrer Branche
  • Engagement & Traffic Data (Engagement und Traffic Daten)= Äquivalent: Die Interaktion von Menschen mit Ihrer Marke auf Social-Media (Antworten, Kommentare, die Suche nach Ihrem Markennamen etc.)
  • Domain Level Brand Metrics (Zahlenverhältnisse Ihrer Marken Domain-Ebene) = Äquivalent: Menschen erwähnen Ihre Marke auch außerhalb von Social Media zum Beispiel in Blogs, News und anderen Informations-Hotspots.

Wie Sie sehen, gibt es viele Analogien. Schauen wir uns an, wie Sie dieses Wissen nutzen können, um Ihr Recruiting-SEO mit Social Media Marketing zu verbessern.

1. Gute Social Media Arbeit macht sich doppelt bezahlt

Ihre Social Media Aktivität wird nicht nur einmal belohnt, sondern gleich doppelt: Suchmaschinen ‚honorieren‘, ob Sie in Social Media aktiv an der Kommunikation teilnehmen und ob Ihre Website mit Social Media engverbunden ist. Um wie im Beispiel von Phoenix Contact sowohl in der Karriereseite also auch mit der Stellenbörse mehrfach in den Ergebnissen bei einer Suche nach dem Arbeitgeber ‚Phoenix Contact‘ aufzutauchen, muss Aktivität von beiden Seiten vorliegen: Suchende (hier potentielle Kandidaten) müssen nach dem Googeln auf diese Unterseite geklickt haben. Aber gleichzeitig muß auch das Unternehmen im Web mit Suchenden kommuniziert haben. Es reicht also nicht, einfach nur Stellen zu posten, sondern hier erkennt und wertet die Suchmaschine Social Media ‚Gespräche‘.

Recruiting-SEO gute Social-Media Arbeit macht sich bezahlt

Wenn Kandidaten Ihr Unternehmen suchen, um mehr über Sie herauszufinden, dann sollte im Idealfall die gesamte erste Seite eine Ergebnisliste anzeigen, die für Sie positiv sind. Eine der einfachsten Möglichkeiten, um mehr Platz und die ‚richtigen‘ Ergebnisse auf dieser ersten Google-Seite zu erreichen (genannt SERP = Search Engine Result Page) sind optimierte Social Media Profile. Mit Optimierung ist allerdings nicht alleine ein einmaliger Ist-Zustand gemeint, sondern auch Kommunikation und Interaktion mit Usern. Diese Kommunikation muss nicht intensiv sein, aber regelmäßig. Sie werden bemerken, dass für fast jede Marke, die Sie auf Google suchen, die interaktivsten Social Media Accounts mit angezeigt werden.

Fazit:  Eine aktive Präsenz in Social Media hilft doppelt, weil sie nicht nur Traffic auf Ihre Karrieresites und Ihr Jobboard lenkt, sondern von Google positiv wahrgenommen wird. Dieses interaktive Recruiting-SEO verdrängt im Ranking der Suchkriterien immer mehr die Kriterien der optimierten Websites bzw. Karriere-Websites.

Praktischer Umsetzungsvorschlag: Um sich eine ganze erste Google-Seite (wie im Beispiel) zu gestalten, sollten Sie:

  • Eine Facebook, Twitter, LinkedIn und YouTube Unternehmens Web-Präsenz gestalten (XING wird leider von Google nicht hoch gerankt!)
  • Achten Sie bei der Gestaltung der Mitarbeiter Profile auf eine aussagekräftiges Employer Branding, Keyword-Optimierung und beziehen Sie auch den Recruiting Gedanken (Recruiter Branding) mit ein.
  • Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zur Social Media Unterstützung.
  • Verlinken Sie Ihre Website mit Social Media und umgekehrt, aber bitten Sie auch Ihre Mitarbeiter, besonders die Recruiter, dies mit ihren Profilen zu tun.

2. Sammeln Sie Inbound Links!

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um eingehende Links auf Ihre Website zu erhalten. Klassisches Personalmarketing Ihrer offenen Stellen in Stellenbörsen, E-Mail Marketing, Blogging und Gäste-Blogs – hierfür gibt es eine lange Maßnahmen-Liste. Aber eine der besten Methoden ist, Talent Acquisition und kluges Employer Branding so geschickt zu kombinieren, dass Menschen ständig über Ihre Inhalte (und Links) in Social Media stolpern und davon so begeistert sind, dass Sie diese teilen (das nennt sich Inbound Marketing). Und so helfen Ihnen diese ‚Supporter‘,  Traffic auf Ihre Website lenken.

Ein Like in Facebook reicht nicht, es muss mehr sein: Mindestens eine ausführliche (öffentliche) Kommunikation oder eben ein (öffentliches) Teilen. Allerdings müssen Sie wissen, dass die Suchmaschinen erkennen, wer diesen ‚Content‘ teilt: Ist es ein Influencer (eine Person, die viele Follower hat und stark in Social Media interagiert) wird dieses Teilen positiver gewertet, als wenn es jemand ist, der sonst nicht sehr aktiv ist. (Tipp: Cross-Social Media Aktivitäten der mit Ihrem zentralen Unternehmens-Account verbundene Accounts wie zum Beispiel ein privater Account in Twitter, Facebook, Google oder LinkedIn werden durch Google nicht einbezogen ebenso wenig wie ‚Selbst-Likes‘: Der Google Algorithmus kann das erkennen. Liken oder teilen Sie also Unternehmensinhalte ständig mit Ihrem privaten Account, werden diese ‚Likes‘ oder Shares nicht eingerechnet.)

Nehmen wir ein Beispiel: Sie veröffentlichen eine neue Stelle und teilen diese auf Social Media (Twitter, Facebook) im Laufe des Tages. Einer Ihrer Anhänger, der auch ein Blogger (also Influencer) ist, sieht den Tweet und findet den Inhalt klasse – und teilt Ihren Tweet. Das reicht Google aber nicht um diesen Tweet als Suchergebnis zu ranken: Erst wenn Sie sich nun bedanken und vielleicht sogar eine Antwort vom Blogger bekommen, wird dieser Tweet in den Google Ergebnissen auftauchen. Gehen Sie also nicht auf Gespräche ein, verpassen Sie Chancen.

Fazit: Social Media fördert natürliche und organische Inbound-Links, und genau diese werden immer wichtiger. Nur die aktive Social Media Interaktion wird gerankt – und damit belohnt.

Praktischer Umsetzungsvorschlag: Sie erreichen Links von Social Media durch:

  • Erwähnung und Ansprache von Influencern in Ihrer Social-Media-Beiträgen und kommunizieren Sie mit diesen gezielt
  • Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt Ihrer Social Media Postings (hier ist unser Blogsartikel dazu: Was ist die beste Zeit für Jobpostings in Social Media?)
  • Erstellen Sie sich eine Liste von sogenannten ‚Shareable Content‘, also Beiträgen anderer, die Sie teilen und kuratieren (vorselektieren), umso mehr interessante Inhalte als nur Ihre offenen Stellen und ein paar Pressemeldungen zu posten.

3. Machen Sie sich die personalisierte Suche zu Nutzen!

Die Tage, an denen jeder die gleichen Suchergebnisse sieht, sind schon lange vorbei – Ursache ist die Semantische Suche und ihr ‚lernendes System‘ (mehr hier im Blogartikel darüber: Warum ein virtueller Vogel namens Hummingbird das Recruiting verändern wird). Wenn fünf Menschen genau das gleiche The
ma oder den gleichen Suchbegriff googeln, erhalten Sie zu diesem Thema fünf verschiedene Ergebnisseiten. Dieser Unterschied wird ‚personalisierte Suche‘ genannt. Sie ist besonders seit dem letzten großen Google Algorithmus Update genannt ‚Mobilegeddon‘ (hier mehr) noch stärker ortsbezogen. Wenn es um die personalisierte Suche und Social Media geht, kann man dies am deutlichsten mit Google+ erkennen. Wenn Sie in Google angemeldet sind und einen Google+ Account mit Netzwerk haben, werden auf der ersten Seite immer die öffentlichen Beiträge Ihres Netzwerkes in Ihren Suchergebnissen angezeigt, wenn deren Inhalte relevant zu dem sind, was Sie suchen .

Wenn Sie zum Beispiel einige Coaches in Ihrem Beziehungsnetz haben und diese aktiv (kürzlich) auf Google+ etwas zu Ihrem Suchbegriff ‚Coaching‘ gepostet haben, das in Google+ oder anderswo im Web öffentlich (also z.B. einem Blog) zu Interaktion bzw. Kommunikation geführt hat, erscheint dies auf Ihrer ersten Google-Seite. Es sieht ungefähr so aus:

Recruiting-SEO -Personalisierung hat immer mehr Lokalisierung der Suchergebnisse

Um dieses Ergebnis und diese Wirkung zu erhalten, müssen Sie allerdings in Ihrem Google-Konto angemeldet sein, wenn Sie Ihre Suche starten.

Personalisierte Suchergebnisse beziehen sich nun auch immer stärker nicht nur auf das Beziehungsnetz, sondern auf den Ort, von dem Sie aus googeln (Das erkennt Google über Ihre IP, Cookies und bei Mobiltelefonen melden dies verschiedene Apps zusätzlich). Dies liegt an der ‚Verschmelzung‘ des Google Algorithmus der mobilen Geräte und des Desktops, die immer mehr zusammenwachsen. Da es das Ziel der Suchmaschinen ist, die für Sie relevantesten Ergebnisse zu zeigen, ist es sinnvoll, auch Ihre Social-Media-Aktivitäten so zu steuern und zu überprüfen, dass Sie analysieren können, warum Ihnen welche Inhalte angezeigt werden.

Fazit: Diese ‚Personalisierte Suche‘ ist in einem sehr frühen Stadium, vor allem in der Social-Media-Integration. Man könnte fast sagen: Sie ist noch in einer experimentellen Situation. Deshalb ändern sich auch zu diesem Thema ständig alle wesentlichen Grundlagen – besonders der Algorithmus und in der Folge auch die Experten-Meinungen.

Praktischer Umsetzungsvorschlag: Da Google uns nicht in seine Karten schauen läßt, kann ich Ihnen nur folgende praktische Ratschläge geben, heute schon diese Chancen so zu wahren, daß Ihr Content Ihrem Netzwerk bevorzugt angezeigt wird:

  • Bauen Sie Ihr Netzwerk auf auf Google+ auf bzw. aus
  • Teilen Sie Ihre Blog-Posts und andere Inhalte auf Google+.
  • Fügen Sie relevante Keywords in alle Ihre Social-Media-Beiträge
  • Pflegen Sie Google My Business (hier mehr zur Ortsanzeige Ihres Unternehmens in Google. Die Darstellung oben im Beispiel ist keine Werbung, sondern eine Aggregation der Google Places Ihrer nächsten Beziehungen) und verbinden dies mit Ihrem Google Account!

Zusammenfassung:

Wenn heute Personalmarketing und Social Media nicht mehr getrennt werden können, dann ist es notwendig, dass Sie sich ’selbst‘ kümmern, wenn Sie von Kandidaten bzw. von den richtigen, potentiellen Kandidaten gefunden werden wollen. Denn nur Sie (er)kennen Ihre passenden Talente wirklich und können Maßnahmen gezielt durchführen. Wenn Sie gute Talent Acquisition machen wollen, ist es deshalb nicht mehr möglich, Ihre Social Media Aktivitäten an Agenturen, aber auch nicht an Ihre Marketingabteilung abgegeben, ohne den Erfolg aller Aktionen zu gefährden. Die Streuverluste sind im Fachkräftemangel viel zu groß.

Happy Recruiting!

Hat Ihnen dieser Blogbeitrag gefallen?
Hier können Sie sich in die Liste für Blogupdates eintragen:

Mit dem Absenden des Kontaktformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet werden (Weitere Informationen und Widerrufshinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung).

2018-05-01T15:59:48+00:00

Hinterlassen Sie ein Kommentar

close-link

Hat Ihnen dieser Blogbeitrag gefallen?
Hier können Sie sich in die Liste für Blogupdates eintragen:

Mit dem Absenden des Kontaktformulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre Daten zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet werden (Weitere Informationen und Widerrufshinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung).

close-link