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Die Open-Web Search wird bei vielen Sourcern mit dem intuitiven Googlen gleichgesetzt. Das ist nicht falsch, aber wird den Möglichkeiten dieser so umfassenden Sourcing Methode nicht gerecht. Professionelles Sourcing und damit der gezielte Einsatz von Sourcing Methoden wie der Open Web Search ist besonders für diejenigen zu empfehlen, die mit den Social Media Suchen nicht mehr zu ihrem Ziel kommen und wenn Sie noch bessere Kandidaten finden wollen. In diesem Blogpost geben wir einen ersten Einblick und zeigen, warum der Sourcing Methode Open Web Search im Active Sourcing eine so zentrale Rolle als Mutter aller Sourcing Methoden zukommt.

Was ist die Open Web Search in kurz?

In unserem Blogpost zu den 9 wichtigsten Blogartikeln (hier mehr) habe ich kurz die Open Web Search beschrieben:

Jeder kennt sie. Doch nicht jeder kann die Open-Web Search auf professioneller Ebene einsetzen. Sie ist unter „Googlen“ bekannt … Suchbegriffe werden entsprechend der Sprache eingegeben, um den semantischen Algorithmus von Google, Bing oder Yahoo auf diese Weise zu nützen.

Diese Beschreibung und Wahrnehmung ist sehr kurz zusammengefasst. Die Mehrheit der User von Suchmaschinen setzen das intuitive Suchen und Finden mit Google und damit das “Googlen jeder Suche gleich.

Kurz: Für viele ist die jede Suche im Web, das heißt die Open Web Search analog Ihrer Erfahrungen in Google sind. Und definieren es so. So steht es überall im Web: In Blogs, bei Experten aller Art – jeder sieht in seinem Bild Google so wie er es wahr nimmt.

Und mehr: Alle erhoffen sich, dass das, was sie sich in Google angewöhnt haben und wie sie Google interpretieren dann in allen Suchmaschinen auch so ist.  Und soviel vorweg: Google ist so groß und hat so viele Facetten, dass das alles nur dann falsch ist, wenn man es verallgemeinert.

Warum eine Vereinfachung sogar gefährlich sein kann

Wie alles, was kurz zusammengefasst wird, wird auch diese Beschreibung der Open Web Search einer so zentralen und so hilfreichen Sourcing Methode nicht gerecht. Wer daran glaubt, dass er/sie gut ist in Google und dort alles findet, was er/sie braucht, verlässt sich auf Google Vorauswahl der Information.

Es ist für die Mehrheit aller Menschen auf dieser Welt unvorstellbar, dass es anders gehen kann. Wir erleben das jeden Tag: Die meisten Menschen, leider auch viele Sourcer, ahnen nicht mal, wieviel es mehr Informationen in jeder Suchmaschine gibt. Und damit mehr Kandidaten, wenn man sich nicht darauf verlässt, dass eine Suchmaschine nicht fehlerfrei ist.

Die Open Web Search und die Macht von Google

Viele denken, sie können dem System entkommen, wenn Sie einfach verdeckt suchen und finden. Aber so funktioniert das System nicht. Und ganz ehrlich: Wenn Sie es versuchen und auch tatsächlich durchhalten, werden Sie noch weniger gute Kandidaten finden. Das ist keine gute Idee.

Denn Fakt ist, dass keine Suchmaschine ein altruistisches Unternehmen ist, dass nur dazu da ist, Ihnen gute Ergebnisse auszuspielen.

Jeder Suchmaschinen-Anbieter, ob Google, Bing, XING oder LinkedIn verfolgt mit dem Angebot ihrer Suchmöglichkeiten einen Geschäftszweck. So wie ein Fitness-Unternehmen seinen Kunden die Nutzung der Fitness-Geräte gegen Gebühr anbietet oder ein Hotel die Räume für Übernachtungen gegen Bezahlung bieten Google oder andere Suchmaschinen Ihre Suchen auch für eine “Gegenleistung” an.

Weil: Auch Online ist niemals etwas kostenlos! Sie bezahlen grundsätzlich mit Daten. Immer – auch denn, wenn Sie zusätzlich mit Geld bezahlen. Und die Qualität Ihrer Ergebnisse hängt davon ab, wie sehr Sie selbst Daten geben bzw. Sie einen Beitrag dazu leisten, dass andere Daten geben. 

Die Open Web Search ist der Weg an der Datenkrake Google vorbei

Jede Suchmaschine bietet ihre eigene, und nur diese eine Interpretation der Inhalte des Web. Nur für einen kleinen Teil der Suchanfragen lassen sich eindeutig richtige oder falsche Ergebnisse unterscheiden. Nicht ein mal mit Suchanfragen mit den Booleschen Befehlen kann man sicher sein, dass die Suchmaschine diese korrekt abarbeitet. Wenn es  bei informationsorientierten Suchanfragen keine klare Unterscheidung zwischen richtig und falsch gibt, so ergibt sich ein Interpretationsspielraum.

Und dieser macht es unmöglich (auch bei noch so korrekt geschriebenen Suchanfragen) die besten Ergebnisse zu finden. Bei der Open Web Search als Sourcing Methode geht es darum, mit jeder Suche auch Infos zu finden, die sonst nicht gefunden werden. Beziehungsweise Kandidaten zu finden, die sonst von anderen nicht gefunden werden. Das ist im Grunde genommen das Überwinden der “technischen Hindernissen” der aktuellen Suchmaschinen.

Kurz: Mit der Anwendung der Open Web Search verschafft sich ein Sourcer eine größere Vielfalt seiner Suchergebnisse 

Die drei wichtigsten Sourcing Methoden der Open Web Search

Nachfolgend stelle ich Ihnen zusammenfassend die 3 Möglichkeiten der Open Web Search vor:

1.) Die einfachste Open Web Search Methode:  Alternative Suchmaschinen

1.Bing

2.DuckDuckGo

3.Startpage

4.Qwant

5.Metager

6.Exalead

7.Zapmeta

8.Baidu (Suchmaschine aus China)

9.Yandex (Suchmaschine aus Russland)

10.Ecosia

PRAXISTIPP: Jede Suchmaschine hat einen eigenen Algorithmus. Alle Algorithmus wurden unterschiedliche programmiert und danach angepasst. Diese Anpassung führt dazu, dass sie alle unterschiedlichen User- und damit Such-Regeln unterliegen. Eine der wichtigsten ist, dass die Booleschen Befehle in den Suchmaschinen anders funktionieren.

Beispiel: In den beiden französischen Suchmaschinen (z.B Qwant) ist das Leerzeichen, dass in den deutschen und englischen Suchmaschinen ein AND darstellt, ein OR.

2.) Die etwas komplizierte Open Web Search Methode:  Spezialisierte Suchtools

    1. Legale Tools wie Search! von Textkernel
    2. Zwielichtige Tools wie Dux-Soup  ist sehr cool, aber eher kritisch zu sehen, was die DSGVO betrifft. Für LinkedIn ist dieses Tool illegal.
    3. Data Miners sind auch interessante, aber qualitätsproblematische Tools: ihre Daten sind meist nicht vorqualifiziert wie bei dem Tool Gavagai .

3.) Die einfachste Open Web Search Methode:  Selbst Web Scraping Programme erstellen

Beim Web Scraping (engl. scraping = „kratzen/abschürfen“) werden Daten von Webseiten extrahiert und gespeichert, um diese zu analysieren oder anderweitig zu verwerten. Wer das Web Scraping so schreibt, dass es nur öffentliche Daten sammelt, ist dann legal, wenn es die persönlichen Daten nach dem Scraping nicht speichert oder löscht.

Beim Scraping werden viele verschiedene Arten von Informationen gesammelt. Das können z. B. Kontaktdaten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern, aber auch einzelne Suchwörter oder URLs sein. Diese werden dann in lokalen Datenbanken oder Tabellen gesammelt. Und hier wird das Eis der DSGVO sehr dünn: Sie dürfen diese dort kurz legal festhalten und bearbeiten. Aber Sie müssen sie nach der Sichtung sofort löschen. (Allerdings gibt es streng-orthodoxe Interpretationen, die sagen, dass man sie nicht mal festhalten darf …).

Zusammenfassung:

Google ist so extrem mächtig geworden, dass wir uns nicht nur auf diese Suchmaschine verlassen sollten, wenn wir mehr als nur einen günstigen Bleistift oder ein Weg zum nächsten Hotel suchen. Wir müssen uns bewußt machen, dass wir unsere Wahrnehmung der Funktionsweise von Google übertragen auf alle anderen Suchmaschinen und deren Nutzung übertragen. Und diese Google meistens maximal ähnlich sind. Aber nicht gleich.

Wenn wir das so machen, entgehen uns – privat wie beruflich – wichtige Informationen. Das bedeutet für das Active Sourcing: Wir verlieren den Zugang zu vielen wirklich guten Kandidaten. Die Open Web Search öffnet uns den Weg neuen Daten und Informationen – und damit zu neuen Kandidaten-Quellen und Talenten. Um diese neuen Quellen effizient zu nutzen, muss jeder Sourcer umdenken. Aber dann ist man mit der Open Web Search außerordentlich erfolgreich. So erfolgreich, dass manche nicht mehr zurück in Google, XING und Linkedin kommen.

HAPPY SOURCING!

 

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