Gerade hat sie geschlossen, die größte Messe der Human Resource Verantwortlichen: Die Zukunft Personal. Ihre Leitüberschrift lautete ‚Arbeiten 4.0‘ und damit beschäftigten sich alle HR-Fachbereich der Messe und die Dienstleister. Besonders die Recruiting Verantwortlichen machten sich hier gemeinsam Gedanken darüber, wie man per guter Candidate Experience bei Kandidaten punkten kann.

Ist Active Sourcing ‚Arbeiten 4.0‘ für Recruiter?

Bevor man aber heute im Kampf um die besten Talente seine zukünftigen Mitarbeiter positiv beeindrucken kann, muss man sie oft erst einmal lokalisieren und finden. Und damit nicht genug: Wer denn tatsächlich so einen Hotspot von Top-Talenten genannt ‚Candidate Touchpoint‘ als möglichen Kontaktpunkt gefunden hat, muss nun das Personalbeschaffungswerk durch erfolgreiches Ansprechen beenden. Dieses Finden mit anschließend erfolgreicher Kontaktaufnahme hat das ‚Active Sourcing‘ zum Ziel. Und zur Unterstützung gibt es heute bereits auch im deutschsprachigen Raum viele Active Sourcing Tools, die bei der Zielerreichung helfen.

Die Session Active Sourcing auf der #ZP15

Die Session ‚Active Sourcing Tools – ein Meinungsbild von Zukunft Personal‘ fand am Mittwochvormittag statt und begann mit einem negativen Rekord: Ich war mit der Realität 1.0 konfrontiert und brauchte unerwartete 2,5 Stunden von Bonn nach Köln, kam 30 Minuten zu spät und starb bis dahin bestimmt 1000 Tode (ok, Frauen übertreiben immer, es waren wohl nur 100). Gott-sei-Dank haben die interessierten Fellow-Sourcer 30 Minuten gewartet! Danke dafür an alle und auch an Sandra Petschar von Textkernel, die zur Startzeit zum Meetingpoint der Session spurtete und den Interessenten Bescheid gab, dass die ankündigten kostenlosen ‚Sourcing Cheatpads‘, die es für alle Teilnehmer gab, mit ihrer Erstellerin erst ‚in Kürze‘ eintreffen werden.

Gibt’s Active Sourcing Tools 4.0 ?

Die Anwesenden hatten alle erste Erfahrung mit Active Sourcing und alle schon von den Booleschen Befehlen gehört. Es ist schwer zu definieren, wo Arbeiten 4.0 anfängt und damit, ob es die Tools 4.0 gibt. Fassen wir das so zusammen:  Alle Teilnehmer dieser Session waren schon auf dem Weg zum Arbeiten 4.0. Einige Sourcing Tools, die ich dann vorstellte, waren noch nicht bekannt. Das hauptsächliche Medium war XING, der Talentmanager von XING das Tool, das mehrere nützten. Eine Teilnehmerin der Session setzte Search! von Textkernel ein. Keiner der Teilnehmer nützte den LinkedIn Recruiter, eine Teilnehmerin hatte diesen für einen Monat ausprobiert, aber kam damit nicht zurecht. Schade eigentlich, hat doch LinkedIn ebenso wie Talentwunder einen Algorithmus und ein System das speziell für Sourcer geschrieben wurde.

Auch ein Active Sourcing Tool ist nur so gut wie der User

Bevor einzelne Active Sourcing Tools besprochen werden, ist es wichtig festzuhalten, welches Ziel jedes der Tools hat und welche Unterstützung es im Active Sourcing Workflow bietet. Denn Sourcing ist kein intuitives ‚Keyword-in-Suchmaschinen‘-Würfeln, sondern ein effizientes, systematisches Anwenden von gezielten Suchwort/Suchbefehl Kombinationen, um Suchmaschinen zu möglichst präzisen Informationen von möglichen Kandidaten zu steuern. Kurz: Jedes Tool ist nur so gut wie der User und das One-fits-all Tool gibt es auch im Prozess des Sourcings nicht.

Die 4 Phasen / Stufen des Active Sourcing Workflows

Recruiting und Active Sourcing Prozesse unterscheiden sich wesentlich.  Der Recruiting Prozess hat 6 Phasen, ist linear, während der Active Sourcing Prozess iterativ ist und aus 4 Phasen besteht:

1. Vorbereitung

  1. Tools anhand von Touchpoints und Stufe 2.- 4. bestimmen
  2. Techniken & Methoden plus Suchbegriffe und ihre Kombinationen festlegen
  3. Prozess / Vorgehensweise adaptieren

2.   Finden

  1. Talent Mining: Verschiedene Tools und Methoden kombinieren
  2. Ziel: zuerst möglichst die Grundgesamtheit der besten Talente zusammentragen
  3. Wer nur ein Teil der Grundmöglichkeit durchsucht, verliert die besten Talente
  4. Bei handverlesener Zahl an Talenten die kritische Phase, bei großer Zahl kritisch erst Nr. 3

3.  Selektieren

  1. Bei kleiner Grundgesamtheit, nicht im Fokus – bei großen Grundgesamtheiten entscheidend (Achtung: Toolauswahl hierfür entscheidend)
  2. Selektionskompetenz wird in Algorithmussprache übertragen!
  3. Kluge Nutzung eines diszplinierten Sourcing Prozesses kann durch Tools erleichtert werden, aber nicht ersetzt!

4.  Kontaktieren und Gewinnen

  1. Wertschätzende und response-orientierte Ansprache geht nicht auf Autopilot
  2. Tools, die Personalisierung ermöglichen sind entscheidend

 

Und hier die Präsentation der Session mit integrierter Besprechung und den Meinungen

 

Active Sourcing Tools – ein Meinungsbild von der Zukunft Personal #zp15

 

Die Präsentation steht bei Slideshare zum Download bereit – wir haben sie als Pdf erstellt, so dass Sie nur auf die Links klicken müssen, um zu den jeweiligen Tool-Websites zu gelangen.

FAZIT:

Bitte beachten Sie: Das One-Fits-All Tool gibt es nicht. Um effizient ans Ziel zu kommen, müssen Sie immer mehrere Tools kombinieren und dürfen sich nicht den Einsatz dieser Tools zu leicht machen. Sourcing geht nicht intuitiv und endet erst mit der Zusage und dem Interesse des Kandidaten oder der Kandidatin.

Der Kern dieser Tools sind Algorithmen und diese sind per se komplizierte Programme. Also ist jedes dieser Tools für sich nur so gut wie das Ziel, für das sie gemacht wurden, das Verständnis, dass der Sourcer genau für dieses Ziel aufbringt und das Knowhow bzw. die Methodenkompetenz, die der Sourcer beim Einsatz der Active Sourcing Tools anwendet.

Sourcing ist eine eigene Disziplin, die man erlernen muss, wenn man sie professionell und effektiv einsetzen will. Nur so finden und gewinnen Sie gezielt nicht irgendwelche ähnlichen und vielleicht passendenden Kandidaten, sondern die Talente, die Sie auch wirklich suchen (- und brauchen).

HAPPY SOURCING!

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